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Schwaches “Echo” auf Unruhen in Moskau – rund 80 Personen in Petersburg festgenommen

Von   /  17. Dezember 2010  /  Keine Kommentare

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eva.- Die brutalen Zusammenstösse von Spartak-Fussballfans, Nationalisten und Kaukasiern der vergangenen Tage in Moskau hat in Petersburg nur einen schwachen Nachhall bewirkt. Einerseits wurden hier deutlich weniger Menschen mobilisiert, andererseits unterdrückte die Polizei bereits leiseste Anzeichen von Protest und verhaftete wahllos Leute von der Strasse weg. An sämtlichen Metrostationen im Zentrum waren die Polizeistreifen verstärkt.


Besonders viel Polizei wurde im Bereich der Sennaja Ploschad zusammen gezogen, wo offenbar ein möglich Unruheherd vermutete wurde. Polizei und Omon-Sonderpolizei griffen ohne Vorwarnung zu und bugsierten in ihrer Busse, wer ihnen verdächtig vorkam. Laut Fontanka.ru wurden rund 80 Personen auf die Wache transportiert.

Einige Festgenommene wehrten sich verzweifelt, andere liessen die Festnahme ruhig über sich ergehen. Erst als die Beamten eine Frau mit einem Kleinkind in den Bus setzen wollten und dafür von den Passanten Empörungsschreie ernteten, merkten sie, dass sie wohl zu weit gegangen waren und liessen sie frei. Die Verhaftete hatte lautstark gegen die Festnahme ihrer Mannes protestiert.

Petersburger Waffenfunde nicht mit Moskauer „Arsenal“ vergleichbar

Auch die Waffen die bei den mutmasslichen Unruhestiftern sichergestellt wurden, sind kaum vergleichbar mit dem furchterregenden Arsenal an Schlag-, Stich und Feuerwaffen, die der Moskauer Polizei in die Hände fiel. In Petersburg wurden unter anderem eine Luftpistole und einige Schreckschusspistolen beschlagnahmt.

Keine der politischen Parteien unterstützte die Proteste, selbst die “Bewegung gegen illegale Migration” nicht. Sowohl der Petersburger Zenit-Fussballklub wie auch Spartak Moskau distanzierten sich von den nationalistischen Unruhen. Sie waren ausgebrochen, nachdem am 6. Dezember der junge Spartak-Fan Jegor Swiridow bei einer Schlägerei im Norden Moskaus ums Leben kam und die Polizei mehrere mordverdächtige aus dem Norskaukasus erst verhaftete und kurz danach wieder freiliess.

www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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