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Schuh-Skandal um Bundesrätin Leuthard wirbelt Staub auf in Russlands Medien

Von   /  15. Juli 2008  /  Keine Kommentare

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rian/eva.- Der Aufruhr um die Missachtung von Bundesrätin Doris Leuthards Immunität am Petersburger Flughafen Pulkovo hat auch in den russischen Medien viel Staub aufgewirbelt. Die Wirtschaftszeitung „Kommersant“ startete eine Umfrage zum Thema, ob Politiker mit Diplomatenpass dazu gezwungen werden können, sich die Schuhe auszuziehen und sich einer Leibesvisitation zu unterziehen. Die befragten Völkerrechtsexperten behaupteten, dass ein diplomatischer Pass dessen Besitzer keinesfalls von einer Visitation bei der Grenzkontrolle befreie. Eine ungeschriebene Regel besage allerdings, dass solche Kontrollen nur in äußersten Fällen vorzunehmen seien. „Die Sicherheitsbehörden sollten zu 100 Prozent sicher sein, dass sie bei der jeweiligen Person etwas Verbotenes finden würden“, sagte Völkerrechtsexperte Prof. Aslan Abaschidse. „Anderenfalls ist ein Skandal unausweichlich.“

Wie „Kommersant“ feststellt, geschieht das mit Schweizer Regierungsmitgliedern bei weitem nicht zum ersten Mal und nicht nur in Russland. Am 2. Dezember 2006 musste sich Moriz Leuenberger, der damalige Präsident der Eidgenossenschaft, auf dem Weg von Addis Abeba im Flughafen Frankfurt einer Visitation unterziehen lassen. Dabei wurde bei ihm auch ein Fass mit Honig beschlagnahmt, den er von Spitzenrepräsentanten Äthiopiens als Geschenk bekommen hatte. Unter den Russinnen und Russen sorgte der Zwischenfall für Kopfschütteln, die wenigsten sind jedoch erstaunt ab der Sturheit der Grenzbehörden. Einzelne haben Verständnis für die Grenzpolizei: „Ein russischer Grenzbeamte kann nicht verstehen, dass sich Leute vom Rang eines Ministers in einem normalen Kursflugzeug befördern lassen – nach ihrem Verständnis verfügen solche VIP-Personen mindestens über einen eigenen Business-Jet“, schreibt ein Russe mit Namen Sasha in einem Internet-Forum.

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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