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Schriftsteller Daniil Granin bekommt diesjährigen Preis des Deutsch-Russischen Forums

Von   /  20. März 2016  /  Keine Kommentare

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spn.- Am 17. März hat in Berlin die feierliche Überreichung des dem russischen Schriftsteller und Drehbuchautoren Daniil Granin zuerkannten Dr. Friedrich Joseph Haass-Preises stattgefunden. Der Preis wird alljährlich vom Deutsch-Russischen Forum e.V. für den Beitrag zur Entwicklung der Beziehungen zwischen beiden Ländern vergeben. Die feierliche Zeremonie fand in Abwesenheit des Preisträgers statt. Der 97-jährige Granin konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht nach Berlin kommen. Seine Dankesrede verlas die deutsche Slawistin Dr. Franziska Thun-Hohenstein.


Bei der Veranstaltung, die der Vorstandsvorsitzende des Deutsch-Russischen Forums e.V., Matthias Platzeck, und der russische Botschafter in Deutschland, Wladimir Grinin, eröffneten, hielt der deutsche Vize-Kanzler und Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel, die Festrede.

Der russische Botschafter forderte die Versammelten zu einem „offenen, konstruktiven und zukunftsorientierten Dialog auf Augenhöhe“ mit Russland auf. Er schätzte die Rolle des Deutsch-Russischen Forums e.V. hoch ein, das fortfahre, zwischen den Völkern „Brücken zu schlagen“, ungeachtet „des Unterschieds in den Mentalitäten und der politischen Meinungsunterschiede“. Von der Notwendigkeit eines Dialogs sprach auch Vize-Kanzler Gabriel. Er sagte, ohne Russland könne es keinen Frieden geben, was besonders heute wichtig sei.

Daniel Granin – Träger des Bundesverdienstkreuzes

Der Preisträger Daniil Granin wurde am 1. Januar 1919 im Dorf Wolyn (Gebiet Kursk) geboren, später zog seine Familie nach Leningrad (Sankt Petersburg) um. Er studierte an der Polytechnischen Hochschule und arbeitete als Ingenieur im Kirow-Werk. Im Juli 1941 ging er freiwillig zur Volkswehr und kämpfte an der Leningrader Front.

Nach dem Krieg veröffentliche er Erzählungen, Novellen und Romane und war im Vorstand des Schriftstellerverbandes in Leningrad tätig. Er war Abgeordneter des Obersten Sowjets der UdSSR. In Zusammenarbeit mit Ales Adamowitsch schrieb er „Das Blockadebuch“ – eine Chronik der Belagerung Leningrads. Am 27. Januar 2014 hielt er im Deutschen Bundestag eine vielbeachtete Rede zum Gedenktag für die Opfer der Leningrader Blockade. Sein Leben und Werk wurden in der Sowjetunion und später in der Russischen Föderation mit hohen Auszeichnungen gewürdigt, darunter mit dem russischen Andreas-Orden. Die deutsche Bundesregierung verlieh ihm für seinen Beitrag zur Aussöhnung beider Völker das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.

Fjodor Petrowitsch Gaas – wohltätiger Arzt in Moskau

Dr. Friedrich Joseph Haass, nach dem der Preis benannt ist, arbeitete Anfang des 19. Jahrhunderts als Arzt in Russland und war in Moskau als Fjodor Petrowitsch Gaas weitbekannt. Er erwarb sich vor allem den Dank der armen Bürger, die ihn den „heiligen Doktor“ nannten. Aus seinem Munde stammt der berühmte Appell „Beeilt euch, Gutes zu tun“.

Der Dr. Friedrich Joseph Haass-Preis wird seit 1994 abwechselnd an Bürger Russlands und Deutschlands verliehen. Unter den Preisträgern befinden sich Michail Gorbatschow, der Schriftsteller Wladimir Woinowitsch, der erste deutsche Kosmonaut Siegmund Jähn, die Menschenrechtsbeauftragte des russischen Präsidenten, Ella Pamfilowa, der deutsche Politiker Egon Bahr.

Bild: Wikimedia Commons/ Rodrigo Fernandez

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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