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Schaljapin- und Nabokow-Museum neu eröffnet – das eine real, das andere virtuell

Von   /  13. April 2010  /  Keine Kommentare

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eva.- Nach zweijährigen Rennovationsarbeiten wurde das Hausmuseum des russischen Star-Bassisten Fjodor Schaljapin wieder für Besucher eröffnet. Das Nabokow-Museum hat seine Sammlung um ein reichhaltiges virtuelles Museum im Internet erweitert.

Das Haus auf der Apotheker-Insel bewohnte der russische Opernsänger Fjodor Schaljapin während seiner letzten Jahre in Russland 1914-22. Von hier aus verliess er seine Heimat in Richtung Westeuropa, wo er 1938 starb.

Schaljapins Archiv entging nur knapp der Vernichtung

Er überliess seinen Wohnsitz seinem Sekretär Isja Dworischina, der es bis zu seinem Tod 1942 bewohnte. Nur ein zufälliger Telefonanruf ins Leningrader Theatermuseum rettete das gesamte Archiv Schaljapins vor der Vernichtung, und 1969 entschloss man sich, dem Sänger ein Museum zu widmen.

Dies geschah nicht zuletzt darum, weil sich Schaljapin trotz seiner Emigration nie öffentlich zum Gegner des Sowjetregimes erklärt hatte. Als er in den Zwanzigerjahren Russland verliess, hatte er seine internationale Karriere schon vorbereitet.

Laiensänger aus der Kasaner Region


Der 1873 bei Kasan geborene Bauernsohn war Laiensänger, der seine ersten Gehversuche im Kirchenchor machte und 1894 in Tiflis in Verdis Aida debütierte. Von dort kam er ans Petersburger Mariinski-Theater und an eine private Moskauer Opernbühne, wo er unter anderem als Boris Godunow und Iwan der Schreckliche auftrat.

Bereits 1901 ging er ins Ausland, und trat mit wachsendem Erfolg auf den Opernbühnen von Mailand, Paris, London und New York auf. Schaljapin war mit der italienischen Ballerina Iola Tornaghi verheiratet und hatte sechs Kinder.

Hausmuseum zeitgemäss ausgestattet

Im Museum wurden sämtliche Räume erneuert und die Ausstellung zeitgemäss eingerichtet. Zu sehen sind, Möbel, Kleidungsstücke, Dokumente, Plakate – und das bekannte Gemälde Kustodjews, das Schaljapin sehr liebte. Der Gang durch die Wohnung wird begleitet von Tafeln mit Anmerkungen und Illustrationen zu Leben und Werk des Sängers.

Auf clevere Weise hat das Petersburger Nabokow-Museum an der Bolschaja Morskaja seinen Bestand erweitert. Das erste russische Museum in Privatbesitz ist zwar im Wohnhaus der Familie untergebracht, besitzt jedoch nur eine Etage als Ausstellungsfläche und relativ wenig Exponate.

DVD mit raren Materialien zu Nabokow

Gemeinsam mit der Philologie- und Kunstfakultät der Staatlichen Petersburger Universität hat das Museum nun die ursprüngliche Ansicht des Hauses während der Jugendjahre des Schriftstellers rekonstruiert. Der Animation, die auf einer DVD herausgeben wurde, ist auch eine elektronische Datenbank mit Materialien zu Nabokows Werk und Familie und beigefügt, die teilweise erstmals veröffentlicht werden.

Bilder: Wikimedia Commons

Schaljapin-Museum, ul. Graftio 2B, 234-10-56, Mittwoch bis Sonntag 12-18 Uhr geöffnet, Eintritt: 15 bis 100 Rubel. www.theatremuseum.ru


Nabokow-Museum, Bolschaja Morskaja 47, 315-47-13, Dienstag bis Freitag 11-18 Uhr, samstags 12-17 Uhr geöffnet, Eintritt: 20-100 Rubel. www.nabokovmuseum.org

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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