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Sarkozy am PEF: Vertragsabschlüsse und Ideen für russisch-europäische Kooperation

Von   /  21. Juni 2010  /  Keine Kommentare

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eva./rian.- Höhepunkt des PEFs 2010 war das Treffen mit dem französischen Staatspräsidenten Sarkozy, nachdem kurz zuvor Russlands Premier Putin in Frankreich gewesen war. Der französische Präsident wurde von 40 Vertretern grosser französischer Unternehmen nach Russland begleitet.


Zusammenarbeit von Rosatom und EdF bei Forschung und Entwicklung

Nachdem bereits im Vorfeld des Forums der Beschluss zur Übernahme des russischen Milchkonzerns Unimilk durch Danone unter Dach gebracht worden war, folgten weitere wichtige Vertragsabschlüsse. So unterzeichneten die staatliche russische Atomholding Rosatom und der Konzern Electricite de France (EdF) haben ein Kooperationsabkommen.

Demnach werden beide Unternehmen in Forschung, Entwicklung und Erprobung, im Bereich des Atomkreislaufs sowie beim Betrieb vorhandener und beim Bau neuer Atomkraftwerke zusammenarbeiten, hieß es. Ihre Unterschriften unter das Dokument setzten Rosatom-Chef Sergej Kirijenko und EdF-Chef Henri Proglio.

Beteiligung bei Gasprojekten

Französische Energiekonzerne sind jetzt auch an den Gasversorgungsprojekten mit Russland beteiligt. Der französische Energieriese GDF-Suez ist bei bei der Ostsee-Gaspipeline Nord Stream eingestiegen. GDF-Suez hält einen Anteil von neun Prozent an der Pipeline, die von Russland durch die Ostsee nach Europa führen soll. Für GDF-Suez wird Russland zum drittgrößten Gaslieferant nach Norwegen und Holland.

Der Konzern Electricite de France (EdF) hat sich am russisch-italienischen Gasprojekt South Stream beteiligt. EdF soll 20 Prozent der Anteile am Projekt erhalten. Dafür werden Gazprom und Eni jeweils zehn Prozent ihrer Aktien an die Franzosen abtreten. Über die Gaspipeline South Stream zwischen Russland und Italien soll Südeuropa mit Erdgas versorgt werden. Das Projekt hat einen geschätzten Wert von 25 Milliarden Euro.

Frankreich kauft zusätzliche russische Sojus-Raketen

Frankreich will zusätzliche russische Trägerraketen vom Typ Sojus-ST für 16 Milliarden Rubel (417,75 Millionen Euro) kaufen, teilte der Chef der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, Anatoli Perminow mit. Geliefert werde ab 2014. Zum Stückpreis der Sojus machte er keine Angaben.

Nach Angaben des geschäftsführenden Direktors des französischen Raumfahrtunternehmens Arianespace, Jean-Yves le Gall, soll Russland nach einem früher unterzeichneten Vertrag Frankreich 14 Raketen dieses Modells liefern. Im neuen Vertrag gehe es um weitere zehn Trägerraketen, sagte er.

Der erste Start einer rusisschen Sojus-ST-Rakete vom Weltraumbahnhof Kourou auf Französisch-Guyana ist für den 17. Dezember 2010 geplant. Die Rakete soll den Fernmeldesatelliten HYLAS-1 des Unternehmens Avanti Communications auf eine geostationäre Umlaufbahn bringen.

Airbus lässt Passagiermaschinen zu Frachtflugzeugen in Russland umrüsten

Das Unternehmen Airbus Freighter Conversion (AFC) wird in nächster Zeit in Russland einen Betrieb für die Umrüstung von Passagierflugzeugen des Typs A320/321 zu Frachtmaschinen eröffnen.

Das Projekt soll auf dem Gelände des Flugzeugbauers Aviastar in der russischen Wolga-Stadt Uljanowsk realisiert werden. Uljanowsk wird zum zweiten Produktionsort von AFC nach Dresden. Die erste umgebaute Maschine soll in der sächsischen Hauptstadt 2012 präsentiert werden. 2013 sollen Airbus-Flugzeuge serienmäßig umgerüstet werden.

AFC war von Airbus, dem europäischen Raumfahrt- und Verteidigungskonzern EADS, dem russischen Flugzeugbauer Irkut und der vereinigten russischen Flugzeugholding UAC eigens für die Umrüstung von Passagierflugzeugen ins Leben gerufen worden. EADS hält 32 Prozent der Anteile. Irkut und die UAC besitzen jeweils 25 Prozent. Die restlichen 18 Prozent der Aktien gehören der EADS-Tochter Airbus.

Medwedew betont pro-europäische Haltung

Später plädierten die beiden Staatschefs auf einer gemeinsamen Pressekonferenz für weitere Reformen im Weltfinanzsystem. „Man darf sich nicht entspannen“, mahnte Medwedew. Was in Europa in den letzten Monaten geschehe, sei ein Beleg dafür, dass sich alles zu einem negativen Szenario wenden könne.

In Bezug auf globale Finanzreformen hätten Russland und Framkreich trotz einiger Differenzen ähnliche Positionen. „Wenn Sie wollen, geht es um eine proeuropäische Position, denn viele Fragen der Wirtschaftsentwicklung betrachten wir unter ein und demselben Blickwinkel“, so Medwedew.

Sarkozy äußerte, Russland und Frankreich seien Befürworter einer „neuen Weltordnung“ im Finanzbereich: „In Bezug auf Steuern oder Banken sind unsere Positionen vielleicht nicht hunderprozentig identisch. Die Strategien sind aber gleich… Man muss Konsequenzen aus der Krise ziehen“.

Sarkozy: Russland und Europa sollen gemeinsam gegen Herausforderungen der Zeit kämpfen.

„Das sind Terrorismus und Mafia. Der gemeinsame Kampf dagegen ist eine Idee für die Zukunft, das ist eine fruchtbringende Idee.“ Und die Idee, dass sich Russland und Europa gegen einander wehren sollten, gehöre schon längst der Vergangenheit, so Sarkozy.

Der französische Gast sprach sich für die Gründung einer neuen Organisation aus, die Europa und Russland zu einem riesigen gemeinsamen Wirtschaftsraum vereinigen würde, wo Menschen absolute Freizügigkeit genießen würden. „Auf diesem Territorium könnten wir gemeinsam unsere Sicherheit organisieren, so auf der Grundlage der von Medwedew unterbreiteten Vorschläge.“

Bild: www.kremlin.ru

www.rian.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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