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Sapsan-Züge fahren satte Gewinne ein – Siemens winkt neuer Auftrag

Von   /  26. Oktober 2010  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Die neuen  Hochgeschwindigkeitszüge „Sapsan“ sind nicht nur die schnellsten in Russland, sondern auch die rentabelsten, stellt die Zeitung „Wedomosti“ fest. Der Präsident der Russischen Eisenbahnen AG (RZD), Wladimir Jakunin, schrieb kürzlich in seinem Blog, dass der vor weniger als einem Jahr in Betrieb genommene Sapsan-Zug das wohl erfolgreichste Projekt des Bahnkonzerns sei. Die Rentabilität der Sapsan-Züge beläuft sich nach seinen Worten auf etwa 30 Prozent.


Die Sapsan-Züge verkehren zwischen Moskau und St. Petersburg (täglich zehn Fahrten in beide Richtungen) sowie zwischen Moskau und Nischni Nowgorod (vier Fahrten) und zwischen Moskau und Wladimir (zwei Fahrten). Die Züge sind zu 84,5 Prozent ausgelastet. Angesichts dessen könnte RZD beim Ticketverkauf etwa 205 Millionen Euro im Jahr einnehmen. Der Jahresgewinn des Sapsan-Betriebs übersteigt 61 Millionen Euro.

Die russische Bahn hatte 2006 bzw. 2007 zwei Verträge mit Siemens über den Kauf von acht Sapsan-Zügen für 276 Millionen Euro und ihre 30-jährige Wartung für 354,1 Millionen Euro (11,8 Millionen Euro pro Jahr) geschlossen. Bei der von Jakunin genannten Rentabilität könnte sich das Projekt in weniger als sechs Jahren bezahlt machen. Bei der Kalkulation seien allerdings die Ausgaben für die Entwicklung der Infrastruktur, für Betriebswerke und für den Kauf der Züge nicht mitberechnet worden, verriet eine Quelle aus dem RZD-Umfeld.

Fern- und Nahverkehr fahren hohe Verluste ein

Eine zehnjährige Rentabilität sei sehr gut für ein Infrastrukturprojekt, stellte Experte Jewgeni Schago, fest. Eine Fluggesellschaft brauche schätzungsweise zehn bis 15 Jahre, damit sich ein geleastes Flugzeug rentiert, erläuterte er. Bei der Kalkulation der Rentabilität sollte allerdings auch der Investitionsaufwand berücksichtigt werden, warnte der Experte. Andere RZD-Projekte sind dagegen verlustbringend. Der Nahverkehr schreibt dieses Jahr wohl einen Verlust von etwa 34 Milliarden Rubel (1 Euro = ca. 42,5 Rubel). Die Verluste im Fernverkehr liegen voraussichtlich bei etwa 36 Milliarden Rubel.

Der Hochgeschwindigkeitsverkehr sei dermaßen gefragt, dass die russische Bahn den Kauf von weiteren acht Sapsan-Zügen erwäge, so Jakunin. Der Senior Vizepräsident von RZD, Valentin Gapanowitsch, verriet jedoch unlängst, dass eine Entscheidung bis Jahresende getroffen werden soll. Kooperationspartner Siemens gab keine Stellungnahmen zu diesem Thema ab. (rian)

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.rian.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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