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Russlands Aktienmarkt reagiert mit starken Verlusten auf Krimkrise

Von   /  3. März 2014  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Wie erwartet reagierte die russische Börse nach dem Krim-Krisen-Wochenende nach der Eröffnung des Handels mit einem kräftigen Rutsch nach unten. Innerhalb der ersten fünf Minuten gab der russische Börsenindex RTS um sieben Prozent nach und tauchte später auf zehn Prozent während der Moskauer Börsenindex um 8 Prozent nachgab.

Innerhalb kurzer Zeit verloren die Aktien wichtiger russischer Firmen und Konzerne stark an Wert: Sberbank 7 Prozent, WTB 12,5 Prozent, Gasprom 11, 4 Prozent. Die Moskauer Börse sieht vor, bei einem Verlust von 15 Prozent den Handel für eine halbe Stunde und bei 25 Prozent für den ganzen Tag einzustellen.

Auch die Abwertung des russischen Rubels beschleunigte sich weiter, so stieg der Dollarkurs auf 37 Rubel, und der Euro wurde mit 50,7 Rubel gehandelt. Die russische Nationalbank reagiert darauf mit einer Erhöhung des Leitzinssatzes von 5,5 auf 7 Prozent.

Laut Fontanka.ru könnte die russische Währung mit einer leichten Stabilisierung rechnen, falls der Rubel in den Grenzregion der Ukraine anstatt der Hrywnja als Zahlungsmittel eingesetzt würde. Eine Abwertung des Rubels war bereits seit Jahresbeginn zu beobachtet und wurde durch die aussenpolitische Krise verstärkt. Es wird mit einem zunehmenden Abzug von Geldern ins Ausland gerechnet.

Mögliche Rezession

Der rasante Rückgang bei den Investitionen, die schrumpfende Industrieproduktion und der Konsumrückgang sind für Experten aus der Moskauer Hochschule für Wirtschaft (HSE) Anzeichen einer Rezession in Russland.

„Die Industrieproduktion schrumpfte im Januar um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im Dezember hatte es noch einen Zuwachs von 0,4 Prozent gegeben“, hießt es in einem HSE-Bericht. Hinzu käme der Absturz bei den Investitionen um ganze sieben Prozent. Darüber hinaus habe das verlangsamte Wachstum der Einnahmen der Bevölkerung zur Folge, dass die Privathaushalte ihren Konsum einschränkten.

All das „berechtigt zu der Vermutung, dass die russische Wirtschaft von der Stagnation in eine Rezession abrutscht.“ Zur Begründung verweisen die Experten darauf, dass Rezessionen in Staaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in den vergangenen Jahren von schrumpfenden Investitionen und sinkendem Konsum begleitet  gewesen seien.

Der stellvertretende Wirtschaftsminister Andrej Klepatsch hatte Ende Februar zugegeben, dass die russische Wirtschaft weiter stagniere. Die Stagnation dürfte jedoch im zweiten oder dritten Quartal dieses Jahres enden.

Im vergangenen Jahr legte die russische Wirtschaft um 1,3 Prozent zu und verfehlte damit das von der Regierung erwartete Tempo von 1,4 Prozent. In diesem Jahr  erwartet das Wirtschaftsministerium einen BIP-Zuwachs von 2,5 Prozent. Die Prognose der Zentralbank lautet 1,5 bis 1,8 Prozent. (eva./rian)

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.rian.ru

www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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