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Russland trauert – zehn Jahre „Kursk“-Tragödie

Von   /  13. August 2010  /  Keine Kommentare

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rian.- Russland gedenkt am heutigen Donnerstag der Opfer der Tragödie mit dem Atom-U-Boot „Kursk“, die sich vor zehn Jahren bei einer Marineübung in der Barentssee 157 Kilometer nordwestlich der Stadt Sewerodwinsk ereignet hat. Nach der Explosion eines Torpedos versank das U-Boot mit 118 Insassen in 108 Metern Tiefe.

 

Trauerveranstaltungen sind in Sewerodwinsk, St. Petersburg, Kursk, Murmansk, Moskau sowie in allen Schiffsverbänden der russischen Marine geplant. Wie ein ranghoher Sprecher des Hauptstabs der Seekriegsflotte Russlands in einem RIA-Novosti-Gespräch feststellte, ist die Notwendigkeit einer möglichst raschen Wiederherstellung und Vervollkommnung der Rettungskräfte der Flotte nach der Kursk-Tragödie offensichtlich geworden. „Besondere Aufmerksamkeit bei den Bemühungen um die Vervollkommnung des Rettungsdienstes wurde dem Problem der Rettung von U-Boot-Besatzungen als dem kompliziertesten und wichtigsten gewidmet“, hieß es. Diese Arbeit werde jetzt fortgesetzt und vom Oberkommando der Kriegsmarine besonders kontrolliert.

In den zurückliegenden Jahren wurden für alle Flottenverbände spezielle Taucheranzüge erworben. Die Marine wurde mit unbemannten ferngesteuerten Unterwasser-Apparaten Tiger, Falkow, Obsor-150 und Wenom ausgerüstet, die für Ermittlung und Untersuchung von Objekten auf dem Meeresgrund sowie für technische Unterwasser-Einsätze bestimmt sind.
2005 wurde der mobile Suchkomplex Kalmar getestet, der für die Ortung der ermittelten Unterwasser-Ziele bestimmt ist. Kalmar wurde unter anderem bei der Suche nach Flugschreibern von einer armenischen A320-Linienmaschine getestet, die im Mai 2006 bei der Landung in der Nähe der Schwarzmeer-Hafenstadt Adler abgestürzt war.

Unmittelbar nach der „Kursk“-Tragödie wurden in Russland 70 Millionen Dollar für die Wiederherstellung der Rettungsdienste der Flotte bereitgestellt.
Im Februar 2007 wurde der britische Komplex Panther Plus in den Dienst gestellt, führte der Sprecher weiter aus. In diesem Zusammenhang erinnerte er an die Havarie des Tauchgeräts AS-28 der Pazifikflotte im August 2005: Das Gerät verwickelte sich in Fischernetzen und musste mit Hilfe britischer Kollegen befreit werden. 

Das Tauchgerät AS-28 wurde inzwischen für umgerechnet 20 Millionen Dollar modernisiert. „Geblieben ist nur der Rumpf, das Tauchgerät ist völlig neu mit Videokameras, Navigationsgeräten und Manipulatoren ausgestattet worden“, hieß es. Alle Rettungsschiffe der russischen Seekriegsflotte sind inzwischen mit Vorrichtungen ausgestattet worden, die den Einsatz von bemannten bzw. unbemannten Unterwasser-Apparaten ermöglichen, fügte der Experte hinzu.

Bis 2015 sollen drei neue Rettungsschiffe des Projekts „Igor Beloussow“ gebaut werden. Diese Schiffe werden Hubschrauber sowie bemannte und unbemannte Rettungsapparate tragen wie auch modern ausgerüstete medizinische Labors haben. Jedes Jahr findet abwechselnd in einer der vier russischen Kriegsflotten eine Übung, bei der die Rettung der Besatzung eines havarierten U-Boots trainiert wird, statt.

www.rian.ru

Bild: Wikimedia Commons

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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