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Russland baut Atomkraftwerke in Weissrussland und Finnland

Von   /  10. Oktober 2014  /  Keine Kommentare

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rian.- Die russische Regierung hat angeordnet, Weißrussland einen Kredit in Höhe von bis zu zehn Milliarden US-Dollar für den Bau des ersten Atomkraftwerkes des Landes zu gewähren. Mit dem Geld, das die russische Staatsbank VEB bereitstellen soll, sollen sowohl der Bau zweier Reaktoren als auch die Lieferung der notwendigen Anlagen und Dienstleistungen finanziert werden. Mit dem Projekt ist das russische Atomunternehmen Atomstroyexport beauftragt.

Der weißrussische Staatschef Alexander Lukaschenko hatte bereits 2009 den Bau eines Kernkraftwerkes in seinem Land angekündigt. Bei einer diesbezüglichen Ausschreibung erhielt der russische Atomkraftwerkbauer Atomstroyexport den Zuschlag. Die Atomanlage mit einer Gesamtleistung von 2,4 Gigawatt soll in Ostrowez bei Grodno nahe der Grenze zu Litauen entstehen. Der erste Reaktor soll bis 2018 ans Netz gehen. Im Juli 2020 soll ein zweiter Reaktor hinzukommen.

Finnland gibt Rosatom grünes Licht für Bau von AKW Hanhikivi

Finnland hat dem staatlichen russischen Atomkonzern Rosatom grünes Licht für den Bau des Atomkraftwerks Hanhikivi im Norden Finnlands gegeben. Der Staatsrat Finnlands erteiltedem AKW-Konzern Fennovoima eine erneuerte Lizenz, wie das finnische Kabinett auf seiner Webseite informierte.

Die Lizenzvergabe wurde mit einer Mehrheit von zehn Stimmen bei sieben Gegenstimmen beschlossen. Der Bau des Atomkraftwerks war zwischen dem finnischen Konzern Fennovoima und Rosatom-Tochter Rusatom Overseas Ende vergangenen Jahres besiegelt worden.

Empörung bei Finnlands Grünen

Finnlands Umweltminister und Grünen-Parteichef Ville Niinistö zeigte sich empört über die Entscheidung und kündigte einen Ausstieg seiner Partei aus der Koalition an. Ihm zufolge genehmigen die Lizenzvorlagen dem Fennovoima-Konzern, den Lieferanten des Reaktors zu wechseln, obwohl Rosatom in der vom früheren Kabinett erstellten Variante des Dokuments überhaupt nicht erwähnt worden sei.

„Die Zusammenarbeit mit Rosatom trägt den strategischen Interessen des Landes keine Rechnung, weil die Abhängigkeit Finnlands von russischer Energie noch stärker wird“, kritisierte der Minister. Auch seine Anhänger hatten zuvor mehrmals darauf hingewiesen, dass die Zusammenarbeit mit Russland in der Atomwirtschaft angesichts der von der EU gegen Moskau verhängten Sanktionen unannehmbar wäre.

Mehrheitsanteil in finnischem Besitz

66 Prozent der Finnovoima-Anteile sind im Besitz des Mutterkonzerns Voimaosakeyhtiö SF. 34 Prozent der Aktien werden von Rosatom-Tochter RAOS Voima Oy gehalten. Die Lizenz wurde unter der Bedingung erteilt, dass mindestens 60 Prozent der Anteile an Finnovoima im Besitz finnischer und einiger anderer europäischer Unternehmen bleiben und die russische Seite keinen Anspruch auf weitere Anteile erheben würde. Vor der Sitzung des finnischen Staatsrates hatte Rosatom erklärt, der Konzern habe keine Absicht, seinen Anteil an Fennovoima aufzustocken.

„Die Arbeiten Laufen nach Zeitplan, völlig normal, bislang ohne jegliche Störungen“, hatte Fennovoima-Sprecherin Tina Tigerstedt im August mitgeteilt. „Wir sind über die Zusammenarbeit mit Rosatom befriedigt. Das ist ein guter und wichtiger Investor“, sagte sie. „Zurzeit werden Zufahrtswege zum künftigen AKW gelegt. Dies soll bis zum Herbst abgeschlossen werden. Der eigentliche Bau des Kraftwerks startet 2018. Zuvor wird die erforderliche Infrastruktur entwickelt“, sagte sie.

Baufrist bis 2024

Die in der nordfinnischen Gemeinde Pyhäjoki entstehende Anlage soll 2024 ans Netz gehen. Rosatom wird das AKW nach dem Projekt AES-2006 mit einem Druckwasserreaktor vom Typ WWER mit einer Leistung von 1 200 Megawatt bauen. Das Projekt ist allen Normen der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO) gerecht und wird finnischen Sicherheitsanforderungen angepasst, die nach Expertenschätzung als strengste in der Welt gelten. Die Rosatom-Tochter Rusatom Overseas ist auf den Bau von Atomanlagen im Ausland spezialisiert.

Bild: AKW in Wolgodonsk, Russland (Ria Novosti/Sergey Venyavsky)

www.rian.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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