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Russisches Verkehrsministerium stellt Flugbewilligung für Austrian Airlines und Swiss in Frage

Von   /  12. November 2009  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Das russische Verkehrsministerium kann die Flüge der Austrian Airlines nach Russland einschränken, weil die Fluglinie nicht mehr staatlich sei und damit das Recht auf Russland-Flüge laut einem Regierungsabkommen verloren hat. Das schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Mittwoch.

Austrian Airlines unternimmt jede Woche 58 Flüge aus Wien nach Moskau, St. Petersburg, Jekaterinburg, Sotschi, Rostow am Don und Krasnodar. In diesem Jahr hat die Lufthansa das staatliche Paket (41,5 Prozent der Aktien) der Austrian Airlines übernommen und kauft ihre Aktien vom Markt.

Lufthansa besitzt 95,4 Prozent der Austrian-Aktien

Derzeit besitzt Lufthansa 95,4 Prozent der Austrian-Aktien, die ihrer Tochter Österreichische Luftverkehrs-Beteiligungs-GmbH (OeLH) gehören. Wenn aber die Fluggesellschaft weder dem österreichischen Staat noch österreichischen Deviseninländern gehört, hat sie kein Recht auf Russland-Flüge laut einem bilateralen Regierungsabkommen über Luftverkehr, findet das russische Verkehrsministerium.

Vize-Verkehrsminister Valeri Okulow bestätigte, dass das Ministerium in Österreich Informationen über die Eigentumsstruktur der Austrian angefragt habe. Zurzeit habe die Fluggesellschaft eine provisorische Genehmigung für Russland-Flüge, die bis Ende November gelte.

Ähnliche Abklärungen auch mit Swiss und Brussels Airlines im Gang

Ähnliche Nachfragen seien auch an andere europäische Fluggesellschaften geschickt worden, unter anderem an die Swiss Air (2005 von der Lufthansa gekauft) und die Brussels Airlines (Lufthansa besitzt seit 2008 45 Prozent der Aktien mit der Kaufoption für die restlichen 55 Prozent im Jahr 2011). Auf die Frage nach den Gründen, diese Deals ausgerechnet jetzt zu prüfen, sagte Okulow: „Irgendwann musste man ja damit anfangen.“

Der Generaldirektor der Agentur Infomost, Boris Rybak, findet allerdings, dass die Vorwürfe des Verkehrsministeriums gegen die Austrian politisch bedingt ist, und bezweifelt, dass die russischen Behörden aus formellen Gründen die Flüge einer großen europäischen Fluggesellschaft verbieten werden.

Experten warnen vor Einschränkungen

„Jegliche Flugbeschränkung für die Austrian Airlines wird unverzüglich Gegenschritte der österreichischen Behörden gegenüber russischen Fluggesellschaften zur Wiederherstellung der Parität im Luftverkehr zur Folge haben“, warnte seinerseits der Chefanalytiker der Agentur Aviaport, Oleg Pantelejew.

„Die Politisierung des Luftverkehrs, die nicht nur russische, sondern auch europäische Beamte in den jüngsten Jahren betreiben, übt nur negativen Einfluss auf das Geschäft aus“, konstatierte Rybak.

Putin: Regierungen in Moskau und Wien nicht an Reduktion der Flüge interessiert

Mittlerweile hat Ministerpräsident Wladimir Putin eine Verlängerung des geltenden Regierungsabkommens mit Österreich angekündigt. „Wir haben uns darauf geeinigt, das geltende Abkommen mindestens bis Februar 2010 zu verlängern“, sagte der russische Regierungschef am Mittwoch, nach einem Treffen mit dem österreichischen Bundeskanzler Werner Faymann.

Hoffentlich gelinge es, alle Streitfragen bis Februar zu klären. Jedenfalls seien die Regierungen in Moskau und Wien nicht daran interessiert, die Zahl der Flüge zu reduzieren, betonte Putin. (rian)

www.rian.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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