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Russisches Museum bangt um seine berühmteste Ikone

Von   /  6. Oktober 2017  /  Keine Kommentare

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eva.- Wie bekannt wurde, versuchte ein russischer Geschäftsmann die bekannteste Ikone des Russischen Museums „umzusiedeln“. Erst nachdem eine Museumsangestellte den Medien über die Pläne berichtet hatte, reagierte die Museumsleitung.

Der Erzengel Gabriel (Angel Slatie Vlasy, um 1200) aus vormongolischer Zeit gehört zu den ältesten und bekanntesten Exponaten des Russischen Museums. Anfang Oktober wurde bekannt, dass der einflussreiche und religiöse Geschäftsmann Sergei Schmakow dem Museum das Angebot unterbreitet hatte, die Kirche im Michailowski-Schloss (Ingenieursschloss) auf seine Kosten zu renovieren. Dabei sollte auch die Ikone vom Museum in die Kirche umgesiedelt werden, angeblich damit sie von den Gläubigen angebetet werden könnte.

Zwar ist das Ingenieursschloss eine Filiale des Russischen Museum, so dass der Vorschlag auf den ersten Blick harmlos, ja sogar grosszügig klingen mag. Aber Sergei Schmakow ist dem Russischen Museum bereits durch einen anderen unerfreulichen Fall bekannt. 2009 gelang es ihm mit Unterstützung des Patriarchen und des Kulturministeriums, die Ikone der Muttergottes von Toropez in die Kirche der Datschensiedlung „Knjaschje Osero“ umzusiedeln. Angeblich sollte sie dort vorübergehend untergebracht werden, doch bis heute hat sie das Museum nicht wiedergesehen.

Absage von Museumsdirektor Gusew

Daher merkten die Museumsmitarbeiter sofort, woher der Wind weht als sie von Schmakows Vorschlag hörten und vermuteten, dass die Ikone über diesen Umweg aus dem Museum „entführt“ werden könnte. Irina Schalina, Leiterin der Abteilung für altrussische Kunst wandte sich an die Medien und schlug Alarm. Sie befürchtete, das Russische Museum könnte sich einmal mehr dem Einfluss und den Beziehungen Schmakows beugen.

Am 5. Oktober trat Museumsdirektor Wladimir Gusew nach einer Sitzung mit allen Abteilungsleitern mit einer klaren Absage an die Öffentlichkeit. Das Museum werde dem Fonds „Iwanowo Delo“ (Vorsitzender Sergei Schmakow) schreiben, dass die Kirche im Michailowski-Schloss keine Renovation benötige und die berühmteste Ikone im Ausstellungssaal besten untergebracht sei und dort weiterhin ohne jede Änderung hängen werde.

Bild: Wikimedia Commons

www.fontanka.ru

www.gorod-812.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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