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Russischer Schlagersänger Gasmanow will Petersburg in „Petrograd“ umbenennen

Von   /  16. Januar 2015  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Der populäre sowjetrussische Schlagersänger Oleg Gasmanow äusserte in einer Radiosendung den Vorschlag, St. Petersburg wie vor 100 Jahren in „Petrograd“ umzubenennen. Er bringt damit die düsteren Tage des Kriegsbeginns vor 100 Jahren im Kontext zur aktuellen politischen Situation ins Gespräch.

Gasmanow kam im Radio-Interview auf das Thema zu sprechen nachdem er Stellung zum Einreiseverbot genommen hatte, das Lettland im Juli gegen ihn, den Sänger Josip Kobson und die Sängerin Waleria ausgesprochen hatte. Sie hatten dadurch nicht am jährlichen Schlagerfestival im lettischen Jurmala teilnehmen können. Die lettischen Behörden hatten die drei als „Apologeten der Aggression“ bezeichnet, weil sie bezüglich Krim-Krise und Ukraine-Konflikt eine pro-russische Position bezogen hatten.

Fangemeinde wartete vergeblich in Jurmala

Gasmanow beklagte sich darüber, dass seine Fan-Gemeinde in Jurmala vergeblich seinen Auftritt erwartet habe und dass die USA und Europa versuchten, einen Keil zwischen Russland und seine befreundeten Nationen der Ex-Sowjetunion zu treiben.

Bewusst oder unbewusst stellte er einen Zusammenhang zwischen der gegenwärtigen gespannten politischen Situation in Europa und dem Beginn des Ersten Weltkriegs her. Er sagte, als Poet würde er St. Petersburg wieder in „Petrograd“ umbenennen. St. Petersburg sei nicht russisch, sei nicht russisch auszusprechen.

Von Petersburg zu Petrograd – schon 1914

Damit zog er die Parallele zum 18. August 1914 als Zar Nikolaus II. die Umbenennung St. Petersburgs in Petrograd verkündete – unter dem patriotischen Jubel seiner Untertanen, die sich vor dem Winterpalast versammelt hatten. Der Namenswechsel war damals Ausdruck des Hasses auf alles, was irgendwie mit Deutschland im Zusammenhang stand.

Im Juni hatten sich bereits die Kommunisten für eine Umbenennung der Stadt stark gemacht – sie wählten allerdings die sowjetische Epoche und wollten Petersburg erneut Leningrad nennen. Umbenennungen sind sehr populär in einer Zeit, wo Russland sich nach seiner imperialen Grösse zurücksehnt – im Sozialismus oder unter dem Zaren.

Bild: Ein russisches Propagandaplakat aus der Revolutionszeit.

www.fontanka.ru

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Keine Kommentare

  1. Anja Böttcher sagt:

    Ich halte diese Reflexe einer nationalistischen Abwehr gegen europäische Länder für falsch.

    In Deutschland sind die Mehrheit der Menschen nicht gegen Russland eingestellt: Es sind nur die transatlantisch dominierten Massenmedien & politische Funktionäre. Ich habe noch nie eine derart wütende Gegenwehr der Leser gegen die Journalisten der Leitmedien gesehen wie seit dem Beginn der Medienkampagne gegen Russland – kurz nach den Winterspielen in Sochi.

    Hintergrund dieser Krise ist, dass die angelsächsischen Finanzakrobaten ihr akkumuliertes Papiergeld, das keinen realen Wert mehr verkörpert, sichern wollen: durch Verfügung über die Produktivkraft der westeuropäischen Staaten & über die russischen Ressourcen – um dann weiter Front gegen China zu machen.

    Dieser Weg ist einer der Zerstörung & einer stetigen Kriegseskalation, bei dem wir alle nur verlieren können. Deshalb müssen wir auch gemeinsam Widerstand leisten.

    Dafür müssen die Zivilgesellschaften Russlands, Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Österreichs, Spaniens, Griechenlands & des Balkans (überall sind die Menschen dort mehrheitlich gegen das, was Übersee diktiert wird!) gemeinsam dagegen aufstehen.

    Keine Kriege mehr in Europa! Keine Diktatur der multinationalen Finanzmagnaten, in deren Dienst die US-Regierung steht!

    Wenn wir uns gegeneinander aufhetzen lassen, haben die Menschenfeinde gewonnen!

  2. Sonicht sagt:

    Es war damals nicht der “ HASS “ auf alles Deutsche sondern eher die Enttäuschung über das
    Verhalten des Kaiserreiches bei Ausbruch des Krieges.
    Alle Russen sollten sich fragen, ob die Germanophilie ihres Präsidenten nicht zu ähnlichen Enttäuschungen
    führen kann.
    Deutschland ist schon einmal gegen den Osten geritten, das Vertrauen in die Integrität und den Friedenswillen
    der deutschen Regierung ist vielleicht ein tragischer Irrtum der russischen Führung.

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