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Russische Wirtschaft auf Talfahrt – Rubel im freien Fall

Von   /  1. Oktober 2014  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Der sinkende Ölpreis und der Kurszerfall des Rubels zwingen die russische Regierung zu einem harten Sparkus. Die Talfahrt des Rubelkurses geht weiter, schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija“. Am 26. September  überschritt die russische Währung erstmals die Marke von 39 Rubel gegenüber dem US-Dollar. Der Euro stieg um 61 Kopeken auf 49,71 Rubel. Ein Ende der Talfahrt ist noch nicht in Sicht. Laut dem Stress-Szenario des russischen Wirtschaftsministeriums könnte der Rubel im kommenden Jahr die Marke von 40 Rubel pro Dollar und 2017 von 42,8 Rubel erreichen.

Wie es aus dem Wirtschaftsministerium heißt, würde die Rubel-Abwertung den Anstieg der Verbraucherpreise beschleunigen. Das Ministerium rechnet mit einem durchschnittlichen Preisanstieg von 7,6 Prozent im kommenden Jahr. Doch die russischen Behörden halten weiterhin an ihrem Plan fest, den Rubel dem freien Spiel der Kräfte zu überlassen.

„Die russische Wirtschaft ist in einer schwierigen Lage. Das hat nicht jetzt begonnen, sondern bereits 2011. Der einzige Weg, den freien Fall zu stoppen, sind entweder Modernisierung, Reformen, Kampf gegen die Korruption (wozu die Behörden zurzeit keinen politischen Willen haben) oder die Rubel-Abwertung. Andere Wege gibt es nicht“, sagte Michail Deljagin vom Institut für Probleme der Globalisierung. Dank dem billigeren Rubel sei in diesem Jahr zumindest ein minimales Wirtschaftswachstum erzielt worden. Doch dieser Weg sei ein Schock für die Bevölkerung, weil die Schwächung der Nationalwährung die Preise nach oben treibe sowie zur Senkung der Lebensstandards und der Kaufkraft führe, so der Experte.

Rubel-Abwertung geht weiter

Zum Jahresende würde der Rubel die Marke von 40 Rubel pro Dollar ansteuern. Der Trend der Rubel-Abwertung würde bestehen bleiben. Doch zu einem heftigen Absturz des Rubels würde es nicht kommen. Die Zentralbank Russlands wolle zumindest eine minimale Stabilität des Rubel-Kurses sichern, so Deljagin. Experten zufolge steht der Rubel wegen der westlichen Sanktionen, des Rückgangs der Ölpreise, der gesunkenen Investitionsattraktivität Russlands und wegen des Ukraine-Konflikts unter Druck.

„Zum ersten Mal seit 14 Monaten fiel der Preis für die Ölsorte Brent unter die Marke von100 Dollar. Für Russland bedeutet diese Tendenz weniger Einnahmen für die Staatskasse. Deswegen muss nach neuen Wegen zur Auffüllung des Staatshaushalts gesucht werden. Kurzfristig ist es unmöglich, große Industrieunternehmen ins Leben zu rufen. Deshalb müssen die Einnahmen künstlich erhöht werden. Der wichtigste Exportartikel sind die Energieressourcen, die in Dollar verkauft werden. Falls die Regierung den Rubel abwertet, kann man mehr Rubel für dieselbe Dollar-Menge bekommen“, so die Finanzexpertin Tamara Kasjanowa.

Laut dem Finanzexperten Juri Judenkow wird die Rubel-Schwächung die Verbraucher treffen. Die Preise für Elektronikwaren würden rasant steigen. Bei Kleidung und Lebensmitteln werden die Preise langsamer anziehen. In Russland würden viele Menschen deshalb gewöhnlich Euro und Dollar als Bargeld horten, so der Experte. (rian./eva)

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.rian.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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