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Russische Verkehrspolizei künftig mit Zivilstreifen unterwegs

Von   /  13. November 2015  /  Keine Kommentare

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eva.- Am 12. November hat die Moskauer Verkehrspolizei (DPS) begonnen, den Verkehr durch Zivilstreifen überwachen zu lassen – bald soll das in ganz Russland möglich sein. Die Massnahme kann verkehrsberuhigend wirken, bietet aber gleichzeitig neue Möglichkeiten für Betrüger.


Die 30 zivilen Polizeiwagen wurden auf Befehl des Moskauer Polizeichefs Anatoli Jakunin auf Streife geschickt, um Verkehrs-Rowdies zu bestrafen. Laut dem Pressedienst der Moskauer Polizei hatte man vorher bereits eine zivile Verkehrsüberwachung getestet und dabei innert weniger Stunden mindestens 15 Lenker dingfest, welche die Verkehrsregeln grob missachteten. Einer von ihnen sei sogar ein gesuchter Verbrecher gewesen. In Russland würden sich zwar die meisten Autolenker in der Gegenwart eines Polizeiwages korrekt verhalten, doch mittlerweile gäbe es zuviele Fälle, in denen Verkehrs-Rowdies sogar dann die Regeln offen überträten.

Polizeiwagen und Beamte in Zivil

Dies und die Tatsache, dass bereits seit einiger Zeit in den USA und in Westeuropa zivile Polizeifahrzeuge unterwegs sind, rechtfertigt laut der Moskauer Polizei diese Neuerung. Sie soll nach den nötigen Gesetzänderungen im kommenden Jahr auf ganz Russland ausgeweitet werden soll. Dabei sollen nicht nur die Fahrzeuge ohne Polizeianstrich, sondern auch die Beamten in Zivilkleidung unterwegs sein.

Findet die Massnahme bei den einen Zustimmung, kritisieren die anderen die Erweiterung des Personals und der Vollmachten der Verkehrspolizei. Sie halten dagegen, dass die Verkehrspolizei korrupt sei und sich schon jetzt mehr um die Einnahme von Schmiergeldern als um die Lösung von Verkehrsproblemen kümmere.

Kritiker warnen vor Betrügern

Ausserdem warnen sie davor, dass Möglichkeit der Polizei, in Zivil zu operieren, auch von Banditen genutzt werden könne, die als „Zivilpolizisten“ verkleidet bald überall und jederzeit Autos stoppen und ausrauben könnten. Tatsächlich kommt es schon jetzt immer wieder zu Überfällen durch Räuber, die sich als Polizisten tarnen.

Manche geben auch zu bedenken, dass man besser die Autolenker besser ausbilden sollte, damit sie sich anständiger benehmen. An vielen Fahrschulen ist der „Kauf“ des Führerscheins durch hohe Schmiergeldsummen üblich.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Ratgeber Russland: Autofahren in Russland I – Spiel ohne Grenzen

Ratgeber Russland: Autofahren in Russland II – Richtiges Verhalten im Reich der Schlaglöcher und Gesetzeslücken

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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