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Russische Journalisten an Menschenrechtskonferenz in Tallinn

Von   /  20. Dezember 2014  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Die abgesetzte Chefredaktorin der Nachrichtenseite „Lenta.ru“ Galina Timtschenko und der Redaktionsleiter der „Nowaja Gaseta“ Dmitri Muratow traten an der jährlichen Menschenrechtskonferenz in der estnischen Hauptstadt auf.

In ihren Stellungnahmen unterstützten beide die Schaffung eines russischsprachigen Fernsehkanals in Estland. Allerdings muss ein solcher Sender objektiv und frei von Propaganda über das politische Geschehen berichten. Momentan stehen der russischsprachigen Bevölkerung Estlands nur der erste russische Kanal und der russische RenTV zur Verfügung. Mit dem neuen Kanal werde eine Konkurrenz zwischen verschiedenen Sichtweisen geschaffen, meinte Muratow.

Troizki: Staatssender bringen, was die Leute hören wollen

Timtschenko, die mittlerweile die Nachrichtenseite „Medusa“ leitet, bezeichnete die Situation für Medien in Russland als nahezu katastrophal. Der Druck auf unabhängige Medien habe allerdings nicht erst mit der Krimkrise begonnen. Deutlich verschärft habe sich das Vorgehen der russischen Regierung gegen die Medien schon 2011 nach den massiven Protesten gegen Manipulationen der Duma-Wahlen, meinte sie. Druck werde von allen Seiten ausgeübt – vom Parlament her, sowie auf ökonomischer Ebene. Zum Beispiel war vor kurzem eine Mehrheitsbeteiligung russischer Verlage an russischen Medien verboten worden.

Der Musikkritiker und Dozent an der Universität Tallinn Artiomi Troizki gab zu bedenken, dass die russische Bevölkerung der Propaganda des russischen Fernsehens glaube, nicht weil sie an dessen Objektivität glaube, sondern weil sie von dort genau das zu hören bekomme, was sie hören wolle. Die meisten Russinnen und Russen suchten in der momentanen politischen Auseinandersetzung eine Revanche für die Erniedrigung nach dem Zerfall der Sowjetunion, so Troizki.

Bild: Wikimedia Commons

www.postimees.ee

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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