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Russische Internetshops können jetzt auch Paypal

Von   /  24. August 2011  /  1 Kommentar

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mm – Der Internethandel ist in Russland ein grosses Geschäft. Die Szene boomt und ermöglicht im Gegensatz zum normalen wirtschaftlichen Umfeld kreativen Menschen ohne massive Kapitaleinsatz den Ein- und Aufstieg in der Wirtschaft. Auch ohne die horrenden Mieten für einen echten Laden können sich junge Unternehmen durch Geschick und Hingabe einen vorderen Platz auf der „virtuellen Twerskaya“ oder an dem „virtuellen Newski Prospekt“ erarbeiten. Die echten Mieten für ein solches Ladengeschäft werden sie jedoch noch lange nicht zahlen wollen bzw. können.

Internet Shops in Russland sind eine Erfolgsgeschichte

So entsand auch in Russland im Internet der wirtschaftliche Freiraum, den der Alltag praktisch noch unmöglich macht. Kaun eine neue Firma die nicht auch im Internet Präsent ist. Egal ob ein innovatives Modelabel  (ambish.ru), eine Filzsstiefel Produktion aus Zentralrussland, Musiklabels, Zigarren (kuchasigar.ru) oder die unumgänglichen Internetshops für Haushalts-, Computer- und TV Geräte. Handelsfirmen wie z.B. ulmart.ru gehören inzwischen zu den Umsatzstärksten in der Föderation. Der Klon OZON.RU hat schon lange die Bekanntheit und den Rang vom Vorbild Amazon im Land erreicht. Die Theater- und Konzertkassen und die Mobilprovider Payments im Internet gehören zwar nicht direkt zum „eCommerce“ machen aber den grössten Umsatz im „RuNet“* aus.

Endlich International

So stark und interessant sich das Geschäft national entwickelte, international würden sich Kunden das Geld eher in Ofen werfen, als für eine Bestellung in einem Russischen Internetshop auf den Weg zu bringen. Zu stark ist die Assoziation von „Internet+Russland = Betrug“.  Russische Kunden kaufen dagegen bedenkenlos im Internet des Westen ein. Schallplatten, Bücher, Mode und Kosmetik – seit März 2010 Pro Woche Pakete bis zu einem Warenwert von 200 Euro ohne Zollpflicht per Post empfangen werden.

Promt ging die Russische Post auf Tauchstation und trotz des öffentlichem Bekenntniss der Russischen Post „ein Player im eCommerce zu“ werden, sind die neue Paketzentren dem Paket-Volumen nicht gewachsen. Das Unternehmen taucht nur langsam wieder auf. So wartet der Bürger auf seine Schallplatten aus Grossbritannien immer noch 4-6 Wochen bis diese auf seinem Postamt abgeholt werden können. Zur Ehrenrettung der Post ist nur eins zu sagen, die Post kommt spät aber sie kommt an.

Zahlen  gerne – Auszahlen Njet !

Bezahlt werden die Einkäufe im Ausland gerne auch mit Paypal. Per Kreditkarte wird Geld aufs Konto geschoben und schwupp die Einkäufe gehen ihren Gang. Wollte jedoch ein russischer Internetshop Betreiber Geld via Paypal einnehmen so war das nicht möglich. Nur durch das Eröffenen eines Bankkontos in der EU, Indien oder anderen Ländern konnte er den einfachen und daher erfolgreichen Zahldienst zu benutzen und Geld nicht nur zu senden sondern auch empfangen.

Der Hintergrund ist in dem Konflikt zu suchen, den die russischen Finanzbehörden und die Zentralbank mit den Kreditkarten Anbietern ausgefochten hat. Die Nachwehen des Versuchs des Russischen Staats Visa- American Express und Mastercard zur mehr Transparenz und Gründung nationaler Sub-Unternehmen  zu bewegen hat diese nachhaltig verstört – so Nachhaltig, das die Auswirkungen es bis in die Wikileaks Diplomatenpost aus Moskau geschafft haben.

PayPal zahlt ab 24 September auch an russische Paypal Kunden aus

Das PayPal es jetzt geschafft hat sich mit den Russischen Finanz und Bankenaufsichtsbehörden zu einigen, kann daher als ein kleines Wunder gelten. Die Anzahl der russischen Shops die sich an ein internationales Publikum wenden werden dürfte rapide Steigen. Die Einnahmen des Russischen Staats aus diesem globalen Geschäft mittelfristig auch.Einnahmen von Paypal dürften nun auch normal versteuert werden und nicht auf aussländischen Konten versauern.

Wenn auch nur im Internet – Für das russischen Shopbetreiber ist die Aktivierung von PayPal eine Öffnung für den Internationalen Markt, die nur noch von dem Visafreien Personenverkehr mit der EU übertroffen werden könnte.

Russland als Firmenstandort für Internetfirmen

Für Westliche Unternehmen wird Russland damit natürlich auch als Firmenstandort interessanter. Wer eine eigene Logistik betreiben kann und nicht auf die Post warten muss (wie alle grossen Internetanbieter im Land), der Profitiert von den günstigen Steuersätzen. Der Einkommenssteuer Maximalsatz von 13,5 % treibt selbst altgedienten Zuger Treuhändern die Tränen in die Augen. Wo die EU intern auf die 20% Steuersätze der  jungen EU Mitgliedsstaaten als Kontraproduktiv schimpft, zeigt sich der Standort Russland als beinahe „Off-Shore Gebiet“.  Dank ausufernder Bürokratie wird dieser Standortvorteil meist jedoch noch mehr als aufgehoben, aber die quirlige Internetshop Szene beweist, das auch im Umfeld schlechter globaler Nachrichten Erfolge möglich sind.

Mit der Zulassung des weltweit einfachsten  und sichersten OnlinePayment Systems können diese endlich die globale Bühne betreten.

 

Markus Müller, Herausgeber der Santk Petersburger Zeitung,
& Gründer des eCommerce Software Spezialisten „TASC-SOFT“

Foto: ambish.ru

* RU.NET is die Bezeichnung für das Russisch Sprachige Internet, im engeren Sinne auch für die Aktivitäten in der Top-Level Domain .RU.  Das RU.NET umfasst grob gesagt den Internet Markt in Russland, plus den ehem. Sowjetrepubliken und auch die Russisch Sprachigen Aktivitäten in den USA, Deutschland, Israel und anderen Ländern mit grösseren Gruppen sprachaffiner User. Je nach Schätzung sind das 220-300 Millionen potentielle Internetuser.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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1 Kommentar

  1. mm sagt:

    tja zu früh gefreut – paypal hat den grossen Rückzieher gemacht. Sieh neuen Artikel vom 30.8.2011

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