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Russische Generalstaatsanwaltschaft rehabilitiert weitere Mitglieder der Zarenfamilie

Von   /  9. Juni 2009  /  Keine Kommentare

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Topticker.- Die russische Generalstaatsanwaltschaft wird weitere Mitglieder der Zarenfamilie rehabilitieren, unter ihnen Michail, der jüngere Bruder des letzten Zaren Nikolaus II. Nach der Prüfung des Archivmaterials sei man zum Schluss gekommen, dass sie Opfer der bolschewistischen Geheimpolizei Tscheka wurden, ohne eines Verbrechens beschuldigt worden zu sein, schreibt die Generalstaatsanwaltschaft.

Michail Alexandrowitsch war nach der Absetzung von Nikolaus II. durch die Februarrevolution 1917 „Zar für einen Tag“. Nach der Oktoberrevolution wurde er nach Perm verbannt und im Juni 1918 in einem Wald erschossen. Ausser dem Großfürsten Michail sollen fünf weitere Mitglieder der Zarenfamilie rehabilitiert werden, unter anderem Elisaweta Romanowa, die Schwester der Zarin. Nikolaus II. und seine im Juli 1918 in Jekaterinburg getötete Familie hatte der Oberste Gerichtshof im Oktober 2008 rehabilitiert.


„Mischa“ – Lieblingssohn von Alexander III.

Michail Alexandrowitsch Romanow (1878 – 1918) wurde als jüngster Sohn des Zaren Alexander III. und seiner Maria Fjodorowna in St. Petersburg geboren und galt als Lieblingssohn der Eltern. In seinen frühen Jahren führte Michail ein unbeschwertes Leben als Großfürst. 1899 änderte sich dies schlagartig. Sein älterer Bruder Georgi starb unerwartet 28-jährig an Tuberkulose und sein ältester Bruder Nikolaus, inzwischen Zar, hatte noch keinen männlichen Erben.

Nicht standesgemässe Ehe

Nach zwei unglücklichen Affären heiratete er 1912 in Wien die nicht standesgemässe Nathalie Sergejewna Brassowa. Er wurde darauf von der Familie verstossen und erst die Katastrophe des Ersten Weltkriegs brachte Nikolaus II. dazu, seinem Bruder zu verzeihen. Der Großfürst begab sich bei Kriegsbeginn als Offizier der russischen Armee an die Front und übernahm das Kommando einer Kavalleriedivision, der so genannten „Wilden Division“.

Am 15. März 1917 musste der Zar Nikolaus II. als Folge der Februarrevolution abdanken, Thronfolger wurde Michail, der jedoch nur ein Tag später die Macht der provisorischen Regierung übergab. Nach seiner Abdankung lebte er für wenige Monate recht unbehelligt und unberührt von der Politik mit seiner Frau Natalija Brassowa in Gattschina. Doch nach der Oktoberrevolution wurde er mit seiner Familie nach Perm gebracht und im Juni 1918 als erstes Mitglied der Zarenfamilie hingerichtet.

Als Märtyrerin verehrt

Prinzessin Elisabeth von Hessen-Darmstadt, Großfürstin Jelisawjeta Fjodorowna Romanowna war die ältere Schwester der letzten russischen Zarin Alexandra und durch Heirat mit Großfürst Sergei Alexandrowitsch auch selbst Mitglied der kaiserlichen Familie von Russland. Nachdem ihr Mann 1905 einem Attentat zum Opfer fiel, wandte sie sich verstärkt dem russisch-orthodoxen Glauben zu, zu dem sie 1891, obwohl protestantisch erzogen, übergetreten war.

Sie gründete das Martha-Maria-Kloster in Moskau und stand diesem als Äbtissin vor. In den Wirren des russischen Bürgerkriegs wurde sie 1918 zusammen mit anderen Mitgliedern der Zarenfamilie verbannt und ermordet. Heute wird sie in der russisch-orthodoxen Kirche als Märtyrerin und Heilige verehrt.

(russland.ru/wikipedia)

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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