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Russische Eisenbahn erwägt Zugverbindung St. Petersburg – Kaliningrad – Berlin

Von   /  9. August 2017  /  Keine Kommentare

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Von Ostexperte.de

Wer auf der Website der Deutschen Bahn nach einer Zugverbindung von Berlin nach Kaliningrad sucht, wird mit folgender Meldung abgespeist: „Leider konnte zu Ihrer Anfrage keine Verbindung gefunden werden.“ Das war bis 2012 noch anders.

Früher rollte der „Königsberg-Express“ als angekoppelter Kurswagen etwa 16 Stunden aus der deutschen Hauptstadt in die russische Exklave. Die Direktverbindung wurde jedoch vor einigen Jahren aus ökonomischen Gründen eingestellt.

Heute dauert die Fahrt von Berlin nach Kaliningrad fast 40 Stunden – mit Zwischenstationen in der weißrussischen Hauptstadt Minsk und der litauischen Hauptstadt Vilnius. Selbst die Flugverbindung existiert nur mit Zwischenstopp in Moskau.

Hat die Russische Eisenbahn eine Lösung?

Es gibt viele Gründe, das vormals deutsche Königsberg an der Ostsee zu besuchen. Die russische Stadt ist heutzutage Verkehrsknotenpunkt sowie Wirtschafts- und Kulturzentrum mit Universitäten, Hochschulen, Forschungsinstituten, Theatern und Museen.

Die russische Eisenbahngesellschaft RZhD hat für Zug-Nostalgiker möglicherweise eine Lösung gefunden. Sie erwägt offenbar die Inbetriebnahme einer Zugverbindung von St. Petersburg über Kaliningrad nach Berlin. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf Wiktor Golomolsin, den Generaldirektor der Eisenbahn in Kaliningrad.

Aus wirtschaftlicher Sicht sei die Wiederaufnahme der Zugstrecke Berlin-Kaliningrad nicht lohnenswert, sagte Golomolsin. Jedoch wäre eine Verlängerung der Route nach St. Petersburg durchaus möglich. Die russische Eisenbahn untersucht nun die Realisierbarkeit des Projekts.

Von den Plänen sollen vor allem Bürger St. Petersburgs profitieren. Bisher können jene Deutschland nur auf Umwegen über Moskau oder Brest erreichen, erklärte Golomolsin.

Holzlieferungen nach Europa

Nicht nur der Personenverkehr nach Kaliningrad soll wiederbelebt werden. Im Mai 2017 hat die regionale Eisenbahngesellschaft angekündigt, ein neues Logistik-Zentrum für Holzlieferungen nach Europa aufzubauen.

Dreh- und Angelpunkt des Holztransports soll die Bahnstation Dserschinskaja-Nowaja werden. Sie liegt an der Bahnstrecke von Kaliningrad nach Bagrationowsk (vormals Preußisch Eylau), Teilstück der ehemaligen Ostpreußischen Südbahn.

Auf der Route soll Holz aus Kaliningrader Wäldern zunächst nach Polen und dort weiter nach Europa geliefert werden. Die Eisenbahngesellschaft beziffert das geplante Transportvolumen auf 40.000 Kubikmeter Holz pro Jahr. Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.ostexperte.de

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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