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Russisch-orthodoxe Priester geraten ins Visier von Kirche, Gesellschaft und Justiz

Von   /  10. Februar 2015  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- In St. Petersburg wurden am 9. Februar zwei orthodoxe Geistliche vom Kirchendienst suspendiert, weil die Kirchenleitung ihr Freizeitverhalten anstössig fand. Am selben Tag wurde bekannt, dass ein Priester des Moskauer Patriarchats wegen Landesverrats festgenommen wurde.

Der Fall der beiden Priester an der Alexander-Newski-Kirche im Petersburger Vorort Krasnoe Selo, die für drei Monate vom Dienst freigestellt wurden, erhielt breite Resonanz. Pawel Schulschenok und Sergei Agafoschin hatten im russischen Sozialnetzwerk offenherzig ihre Liebe zum Bier kund getan und dies sogar mit Fotos belegt. Obwohl dies alles in ihrer Freizeit geschah, wurde es ihnen beim Petersburger Bistum übel genommen.

Schulschenok hatte ausserdem lautstark seine antiukrainische Weltsicht verbreitet und hatte die Ostukraine besucht, ohne bei der Kirchenleitung um Erlaubnis zu fragen. Neben den Fotos seiner Trinkgelage hatte er auf seiner Seite ein Bild mit kirchlichen Spendengeldern auf einem Tisch verstreut veröffentlicht und mit einem zynischen Kommentar versehen. Wie die Kirchenadministration verlauten liess, habe man ihn davor mehrere Male vergeblich dazu aufgefordert, seine persönliche Seite bei Vkontakte.ru „aufzuräumen“. Über das weitere Schicksal der beiden Geistlichen wird nun ein Kirchengericht entscheiden.

Angetrunkener Priester im Geländewagen unterwegs

Am gleichen Tag wurde die Verhaftung eines Moskauer Priesters mit ominösem Hintergrund bekannt. Ewgeni Petrin, Mitarbeiter für Öffentlichkeitsarbeit der russisch-orthodoxen Kirche und KGB-Offizier wurde in die Ukraine abkommandiert und nach seiner Rückkehr verhaftet. Man warf ihm Verrat zu Gunsten der USA vor und sperrte ihn im Lefortowo-Gefängnis ein. Wie sein Verteidiger sagt, wurde sein Geständnis durch Folter erzwungen.

Ebenfalls in der Moskauer Region ereignete sich der Skandal um einen Priester, der völlig betrunken in einem Land Cruiser-Geländewagen mit einem Lastwagen zusammenstiess. Wie sich später herausstellte, befanden sich in seinem Wagen nebst einem Haufen leerer Wodkaflaschen drei Millionen Rubel in bar sowie Feuerwaffen. Vater Wladimir Gawrilow soll nicht zum ersten Mal in diesem Zustand eine Spritztour unternommen haben und wurde sofort suspendiert und angeklagt.

Bild: Vkontakte.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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