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Russisch-norwegischer „Grenzzirkus“ mit Flüchtlingen

Von   /  11. November 2015  /  Keine Kommentare

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eva.- Finnische Journalisten behaupten, der Flüchtlingsstrom über die russisch-norwegische Grenze bei der Stadt Nickel werde auf russischer Seite „von oben“ gesteuert. Die Behörden verweisen auf die Bewegungsfreiheit der Menschen, die per Rad über die nördliche Grenze kommen.

Laut Journalisten der Zeitung „Ilta-Sanomat“ werden die Ausländer, die momentan in Strömen von Russland nach Norwegen ziehen, um dort um Asyl zu bitten, aktiv von den russischen Behördeт bei der Ausreise unterstützt. Wie ein Korrespondent der Zeitung meldete, sei in einem Hotel der grenznahen Stadt „Nickel“ ein improvisiertes Koordinationszentrum für Flüchtlinge eingerichtet worden.

Dorthin kämen jeden Tag Menschen verschiedenster Nationaliät – aus Ägypten, Nigeria, Gambia, Nepal, Pakistan, Indien und Sri Lanka. Leute aus Syrien seien keine darunter, und die meisten behaupteten gegenüber dem Journalisten, dass sie schon vor langer Zeit nach Russland gekommen seien.

Fahrradverkauf für Grenzübertritt

Daher hätten die meisten einen Aufenthaltsstatus in Russland – ein Visum oder sogar eine Aufenthaltsbewilligung. Einige hätten auch den Ausweisungsbefehl eines Gerichts in der Tasche. Im selben Hotel werden den „Flüchtlingen“ offenbar auch Fahrräder verkauft, um die Grenze zu überqueren, denn zu Fuss ist der Übertritt verboten.

Jedes Mal, wenn eine neue Gruppe beim Hotel einträfe oder ein Autobus in Richtung Grenze losführe, würde der Prozess von akkurat gekleideten Zivilisten beobachtet, die sich sehr bemühten, nicht gefilmt oder fotografiert zu werden, schreibt „Ilta-Sanomat“.

Russischer Migrationsdienst weist Behauptungen zurück

Daraus schliesst die Zeitung, dass der Flüchtlingsstrom von den Behörden gefördert wird, wobei der russische Migrationsdienst (FMS) dies zurückweist. Es gäbe klare Richtlinien für die Ein- und Ausreise von und nach Russland. Wenn die Leute gültige Dokumente bei sich hätten, könne ihnen niemand die Ausreise verbieten.

Die Kleinstadt Nickel im Murmansker Gebiet hat knapp 13.000 Einwohner und erhielt ihren Namen wegen der Nickel-Vorkommen in dieser Region. Sie werden durch den russischen Konzern Norilsk Nickel gefördert und aufbereitet. Die giftigen Emissionen haben in der Region zu einem Waldsterben geführt.

Bild: Wikimedia Commons

www.fontanka.fi

www.iltasanomat.fi

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Migrantenstrom über Russland nach Norwegen und Finnland

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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