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Russen nehmen Folgen des Importstopps für Lebensmittel in Kauf

Von   /  16. November 2014  /  Keine Kommentare

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rian.- Die Russen spüren zwar bereits die Folgen des Importverbots für ausländische Lebensmittel, sind jedoch bereit, für höhere Ziele Opfer zu bringen, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Dienstag. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Lewada-Zentrum spüren die Russen bereits die negativen Folgen des Einfuhrverbots für ausländische Lebensmittel als Reaktion auf die US- und EU-Sanktionen.

Die Zahl der Befragten, die dieses Verbot unterstützen, sank im Vergleich zum August von 78 auf 73 Prozent. Die Zahl der Befragten, die trotz der Sanktionen keinen Mangel an Lebensmitteln verspüren, sank von 63 auf 52 Prozent. 64 Prozent (im August waren es nur 35 Prozent) stellten fest, dass die Lebensmittelpreise gestiegen sind. 61 Prozent der Russen erwarten einen Rückgang des Wohlstands und eine Wirtschaftskrise. 56 Prozent zufolge handelt es sich um eine unmittelbare Folge des Krim-Beitritts und der Unterstützung Russlands für die Aufständischen im Donezbecken.

Dem Vizedirektor des Lewada-Zentrums Alexej Graschdankin zufolge spürt die russische Bevölkerung bereits den Anstieg der Lebensmittelpreise, macht jedoch nicht den Kreml, sondern den Westen dafür verantwortlich. Laut dem Soziologen verstehen die Russen zwar nicht genau, womit der Preisanstieg zusammenhängt, zeigen sich jedoch bereit, für wichtigere Ziele Einbußen in Kauf zu nehmen. „Die meisten halten das Vorgehen der russischen Staatsführung für vernünftig und angemessen angesichts der antirussischen Sanktionen. Russland muss sich gegen diesen beispiellosen Druck wehren. Deswegen kam es zu diesem Preisanstieg, meinen die Befragten“, sagte Graschdankin.

Wie der Vorsitzende des russischen Verbraucherverbandes Pjotr Schtschelischtsch betonte, sind die Lebensmittelpreise nach dem Aufbrauchen der Vorräte im September nach oben geschnellt. „Die Beschaffungspreise in Rubel sind wegen des hohen Dollar- und Euro-Kurses völlig anders. Deswegen wird alles teurer werden. Die Preise können um bis zu 80 Prozent steigen“, so der Experte. Laut Graschdankin gibt es keine negativen Stimmungen unter der Bevölkerung, weshalb auch keine Lebensmittel-Aufstände zu erwarten sind.

Bild: Tomaten aus Weissrussland – der Nachbar profitiert vom russischen Embargo. (Eugen von Arb/SPB-Herold)

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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