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Russen entdecken Hamburg als Standort und überholen China

Von   /  4. Juli 2008  /  Keine Kommentare

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Die Welt Online-

Russische Unternehmer schätzen den Wirtschaftsstandort Hamburg zunehmend. Allein seit Jahresbeginn sind acht neue Firmen aus Russland an die Elbe gekommen. Weitere russische Unternehmen seien kurz vor diesem Schritt. Das sagt der Vorsitzende der Geschäftsführung der Hamburgischen Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (HWF), Heinrich Lieser.

Damit setze sich ein von der HWF beobachteter Trend fort. „Die Russen werden zu einem immer wichtigeren Handelspartner. Im vergangenen Jahr sind die Exporte deutscher Produkte nach Russland auf Rekordhöhe gestiegen“, so Lieser. „Von diesem Trend profitiert die Metropolregion als bedeutendes Logistik-Drehkreuz Nordeuropas mit dem Hamburger Hafen überdurchschnittlich.“

Die meisten Neugründungen arbeiten im Bereich Logistik und Handel. Darunter Firmen, die mit Kaffee und Tee handeln. Dabei wird der Tee zumeist aus China, Indien oder Sri Lanka importiert. „In Deutschland verarbeitet, werden die Blätter als Tee ‚made in Germany‘ deklariert. Darauf legen vor allem die Russen und Ukrainer besonderen Wert“, sagt Lieser. Andere russische Unternehmen hätten festgestellt, dass sich Pharmaprodukte unter deutschem Namen besser vermarkten lassen als unter russischem. Bei IT-Unternehmen steige ebenfalls das Interesse an einem Firmensitz in Hamburg.

Außerdem finden Einkäufer hier hochwertige Produkte, etwa für die Ausstattung von Luxushotels in Moskau oder St. Petersburg. Derzeit verhandelt die HWF mit einem russischen Fischexporteur, der hier einen Partner für den Import von Zander in Deutschland sucht. Beliebt ist die Hansestadt ebenso für ihr russisches Netzwerk. Neben der HWF können die Unternehmen auf die Russisch-Deutsche Handelsgilde, einen Zusammenschluss von Unternehmern im Russlandhandel, zurückgreifen.

Dabei hat der Trend vermehrter Firmenansiedlungen in Hamburg erst in 2007 begonnen. Mit 21 Firmen aus den GUS-Staaten, 19 davon aus Russland, stand diese Region erstmals auf Platz zwei, gleich hinter Neuansiedlungen aus dem Bundesgebiet (27) und noch vor China. „Dieser Trend wird sich in Zukunft weiter verstärken“, sagt Lieser. So ist die HWF in Russland weiter aktiv, und Hafen Hamburg Marketing hat in der Partnerstadt St. Petersburg seit Kurzem eine eigene Repräsentanz. Mittlerweile gibt es in Hamburg mehr als 110 Firmen aus Russland. Zudem hat sich in den vergangen fünf Jahren die Containerfracht zwischen Hamburg und St. Petersburg vervierfacht.

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