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Rosneft-Aufsichtsrat: Schröder und Nowak als Kandidaten bestätigt

Von   /  10. September 2017  /  Keine Kommentare

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spn./eva.- Der russische Ölkonzern Rosneft hat die Kandidaturen des russischen Energieministers Alexander Nowak und des deutschen Altkanzlers Gerhard Schröder, der den Vorsitz beim Aktionärsausschuss der Nord Stream AG führt, für seinen Aufsichtsrat bestätigt. Insgesamt stünden elf Kandidaten zur Wahl. Bei den restlichen neun Kandidaten handle es sich um Vorstandsmitglieder.

Die Abstimmung soll auf der außerordentlichen Sitzung der Aktionäre am 29. September abgehalten werden. Im Juni hatten die Rosneft-Aktionäre einen neuen Vorstand gewählt, bei dem Nowak überraschenderweise nicht dabei war. Rosneft-Chef Igor Setschin erklärte, dass der Minister seine Kandidatur zugunsten unabhängiger Vorstandsmitglieder aufgegeben habe. Später erklärte Setschin, Rosneft werde seinen Aufsichtsrat von neun auf elf Mitglieder aufstocken. Der Ölkonzern erwarte deshalb Nowaks Rückkehr.

In die Kritik geraten

Schröder war wegen seines Rosneft-Engagements in die Kritik geraten, wozu er an einer SPD-Veranstaltung Stellung nahm: „Stellt euch mal vor, ich wäre nicht für den Mineralölkonzern Rosneft in Russland vorgeschlagen worden, sondern für Exxon in Amerika. Wie wäre wohl die Reaktion der Presse in Deutschland gewesen? Alle wären begeistert und keiner würde darüber nachdenken: Was sind seine Beweggründe?“

Seine Beweggründe im Fall Rosneft würde er aber „gerne mitteilen“: „Erstens, das ist der weltgrößte Erdölkonzern der Welt mit wirklich wichtigen Beziehungen zu Deutschland.“ Rosneft sei zudem ein internationaler Konzern, der sich mit Energiesicherheit beschäftige, und „anders als gelegentlich dargestellt wird, keineswegs der verlängerte Arm der russischen Regierung“. Auch wenn die russische Regierung der Mehrheitsaktionär sei, seien auch British Petroleum (BP), Katar oder Glencore als Aktionäre beteiligt. „In dem jetzt noch neunköpfigen Board ist die Mehrheit nicht russisch. Das wird aber nicht mitgeteilt.“

Gegen Isolation und einen neuen Kalten Krieg

Schröder räumte ein, dass ihm nicht alles gefalle, was sich in Russland tue, warnte zugleich aber vor einer gezielten Dämonisierung des „großen Nachbarn“. „Ich glaube, dass es aus ökonomischen wie politischen Gründen nicht vernünftig ist, unseren großen Nachbar Russland ökonomisch und politisch zu isolieren.“ Mir gefällt bei Weitem nicht alles, was russische Politik ist. Aber mir gefällt vor allen Dingen nicht, dass man den Versuch macht, einen neuen Kalten Krieg zu installieren. Die Dämonisierung Russlands hilft keinem. Und die Einbindung in die Weltwirtschaft kann uns allen helfen.“

Gerhard Schröder gilt als Freund Putins und engagierte sich während seiner Regierungszeit für die deutsch-russischen Beziehungen. Er gehört zu den Mitbegründern des „Petersburger Dialogs“ und adoptierte mit seiner Frau Doris zwei Kinder aus St. Petersburg.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.sputniknews.com

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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