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Relikt aus der Sowjetzeit: Pensionat „Djuny“ an der Finnischen Bucht geschlossen

Von   /  12. Januar 2010  /  2 Kommentare

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TOPTICKER.- Mit der Schliessung des Pensionats „Djuny“ am Ostseestrand bei Solnetschnoe geht für viele Petersburger eine Ära aus der Sowjetzeit zu Ende. Am vergangenen Wochenende hatte die Pension ihren letzten Tag, schreibt Fontanka.ru.

Bekannt wurde die Schliessung durch die Entlassung der Angestellten. Sie vermuten, dass die Gebäude in unmittelbarer Nähe zum Strand von seinen Moskauer Besitzern erst stillgelegt und dann für einen VIP-Neubau abgerissen werden.

Schon seit Jahren dem Zerfall preisgegeben

Das leuchtet ein, denn die Bauten aus den Siebzigerjahren machen von aussen einen reichlich verfallenen Eindruck. Laut der Internetzeitung sollen sich „Duny“-Gäste im Internet über den schlechten Zustand des Gebäudes beklagt haben. Das gleichnamige Sanatorium, das weiter südlich gelegen ist, arbeitet hingegen weiter und kann sich offenbar nicht über einen Mangel an Gästen beklagen.

Undurchsichtige Verkaufsaktion

Zum Pensionat gehören vier Wohnkomplexe für insgesamt 700 Gäste, ein grosser Strandabschnitt in bester Lage sowie eine grosses Grüngelände. Früher gehörte es dem Gewerkschaftsbund und war beliebtes Ferienziel bei Petersburger Werktätigen und ihren Familien. In einer undurchsichtigen Verkaufsaktion kam es an die Moskauer Firmen „Fargo“ und „Vis-a-vis“, die 2007 in einen Besitzerstreit mit einer Moskauer Verbrecherbande verwickelt wurden und darum die Pension zeitweise schlossen.

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

2 Kommentare

  1. eva sagt:

    Ja, es tut mir manchmal auch leid, wenn ich erlebe, dass ein gemütlicher Ort in Petersburg oder Umgebung einfach von einen Tag auf den anderen „weggeputzt“ wird. Leider ist diese Entwicklung kaum aufzuhalten – die einstmals „verschlafene“ Ostseeküste ist auf dem besten Weg sich in eine „Goldküste“ zu verwandeln. Ganze Landstriche in Meeresnähe werden auf mehr oder weniger legale Weise „geräumt, um Landhäuser für die Reichen und Mächtigen zu bauen. Ich fürchte, auch für den Strand bei Solnetschnoe muss bald Eintritt bezahlt werden.

  2. Nicolai Davidenkoff sagt:

    Schade, damit wird einmal mehr ein Stück des „real existierender sowjetischen Realismus“ eliminiert. Für mich persönlch sind damit lviele Erinnerungen verbunden, von einem ersten Urlaubsaufenthalt als 10 jähriger wesdtdeutscher Junge 1968 , später während meiner geschäftlichen Tätigkeit in StP in den 90-er Ort und ziel vieler Spaziergänge und Begegnungen mit den süssen Erinnerungen an die unbeschwerrten Tage der Kindheit.
    2005 hatte ich noch einmal die Gelegnheit eines Wochenendaufenthaltes – der wie eine Zeitreise in die Vergangenheit erschien. So bleibt mir in besonderer Erinnerung die Mahlzeiten im Speisesaal, die noch absolut wie in den 70er Jahren durchgeführt wurden – fast eine liebevolle Reminiszenz an die Vergangenheit.
    Natürlich gibt es nebenan im „Staraja Melniza“ eine moderne Gastlichkeit, die aber auch ihren Preis hat, und doch nur künstlich und aufegesetzt wirkt.
    Schade, aber wie sagte Erich H aus B. immer: Der Sozialimus in seinem Lauf…

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