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Reguliert: Taxifahren ohne Lizenz soll strafbar werden

Von   /  24. Februar 2009  /  1 Kommentar

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mm.- St. Petersburgs Gesetzgeber „bomadieren“ die spontanen privaten Taxis. Die Privatfahrer im lokalen Slang „Bomber“ genannt werden mit bis 2500 Rubel (54€) bestraft, wenn Sie ohne Eintrag ins Taxiregister erwischt werden.

Wenn das Gesetzt in Kraft tritt, wird die Möglichkeit sich mit ausgestrecktem Arm an jeder Strasse ein „privat Taxi“ zu angeln, stark eingeschränkt. Die beliebte Methode zu jeder beliebigen Tageszeit von A nach B zu gelangen, war schon in den 90ern eine der wenigen direkten Möglichkeiten an der freien Marktwirtschaft teilzuhaben und sich ein paar Rubel dazuzuverdienen.

Eine lange Tradition

So brachten unabhängig vom Stand und Ansehen die Autobesitzer Ihre Familien über die Runden und die Fahrgäste an das gewünschte Ziel. Es herrschte eine fröhliche Gleicheit, Herr Professor, Arbeiter oder der Polizist nach Feierabend, viele Fahrer spüren heute noch den Reflex anzuhalten, wenn Sie einen ausgestreckten Arm am Straßenrand erblicken, halten dann mit Rücksicht auf Ihren schicken Neuwagen und der knappen Zeit jedoch nicht mehr an.

Angesichts der Krise wundern sich die St. Petersburger über die weitere Einschränkungen Ihrer Verdienstmöglichkeiten. Kioske, Kleingewerbe, Fliegender Handel, alles was nicht „en Gros „abkassiert“ werden kann verschwindet aus dem Stadtbild.

Blauäugige Politik

Das „Problem“ hat sich aber auch anderweitig relativiert. Während früher bereits das leichte anheben eines Arms einen mittleren Verkehrsstau verursachte, muss Frau und besonder Mann heute schon länger stehen. Wer sein Gesicht in der Nacht nicht recht freundlich unter eine Laterne stellt kann lange warten um ein Taxi anzuhalten. Die Preise sind frei verhandelbar aber auch heute weit unter denen der offiziellen Taxis.

Die Betroffenen wundern sich

Daher findet das neue Gesetz nur unter den Fahrern der lizenzierten Mietdroschken Zustimmung. Selbst in diesen Kreise jedoch mit Vorbehalt. Die Profis vermuten auch hier Behördenwillkür und das im System. Wenig Zweifel herrscht auch das für die Eintragung, Verlängerung und bei den Kontrollen nur wieder Gründe für  „Sonderzahlungen“ in aller Richtungen lauern.

Auch die potentiellen Kunden wundern sich. Wie kann denn ein netter Fahrer, der sich umsonst zum Transport anbietet, von dem Fahrer unterschieden werden, der am Ende ein finanzielles „Dankeschön“ auf der Mittelkonsole vorfindet ?

Sichere Fahrer und Fahrzeuge ?

Auch dieses Problem hat sich inzwischen relativiert. Kein Gast steigt mehr in die fragwürdigen Rostlauben oder zu Fahrern mit einem glasigen Blick in den Wagen. Der Gesetzentwurf sieht jedenfalls vor, ein zentrales Taxi Register einzurichten und Mindestanforderungen an die Gesundheit des Fahrers und die seines Fahrzeugs zustellen.
Das Problem der fragwürdigen Fahrzeuge wird sich dennoch kaum lösen. Wer sich für 2000-5000 Rubel seine TÜV Plakette „ersteigert“ lässt sich auch durch weitere Auflagen nicht vom Broterwerb abhalten.

Allen Anderen wird mit deftigen Strafen der Spaß am „bombadieren“ verleitet. Bis zu 2500 Rubel für Privatpersonen und bis zu 100.000 Rubel für juristische Personen kostet das fahren ohne Eintrag im Register.

Bildnachweis: slava.khersoncity.com

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1 Kommentar

  1. eva sagt:

    Ein Gesetz mehr, das sich in der Praxis kaum durchsetzen wird, nehme ich an:))

    Die Privattaxis sind aktueller denn je – vor allem seit die Preise der Sammeltaxis so stark gestiegen sind, dass man per „Tschastnik“ auf kurze Distanzen fast günstiger fährt als per ÖV.

    Bezüglich Rostlauben und Fahrer mit glasigen Augen: Wer heute an der Strasse den Arm ausstreckt, wird staunen, was für schicke Wagen (und Fahrer) ihre Taxidienste anbieten. Die können sich durchaus durchaus mit den registrierten Taxis messen.

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