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Rechtsradikalenbande für schuldig befunden

Von   /  31. Mai 2011  /  Keine Kommentare

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eva.- Das Petersburger Stadtgericht hat zwölf von vierzehn Mitgliedern der berüchtigten Neonazi-Gruppe “Borovikov-Vojewodin” als schuldig beurteilt. Sie sollen unter anderem wegen dem Mord am Ethnologen und Rassismus-Spezialisten Nikolai Girenko bis Mitte Juni verurteilt werden.

Girenko, der bekennender Antifaschist, Afrikaspezialist und Kenner der russischen Rechtsradikalenszene war, wurde 2004 durch seine Haustür hindurch erschossen. Unter den Angeklagten befindet sich auch ein Anführer der Bande, Alexei Vojewodin, der unter dem Nicknamen “Made in Russia” (SVR) bekannt und gefürchtet ist.

Bestialische Morde

Der zweite Bandenchef Dmitry Borovikov (Nick: “Kisly”, (Sauer)) war während einer Verfolgungsjagd von der Polizei erschossen worden. Die jungen Neonazis  hatten seit 2003 eine Reihe von Anschlägen auf Ausländer aus Zentralasien und Afrika verübt, Leute beschimpft, verprügelt und bestialisch ermordet. Insgesamt werden ihnen rund 20 Verbrecher zugeschrieben.

Auch die beiden Bandenmitglieder Rostislav Gofman und Alexei Golovtschenko waren brutal liquidiert worden, weil sie verdächtigt wurden, die Gang an die Polizei zu verraten. Das Gericht befasst sich bereits seit 2009 mit dem Fall, die Verhandlungen waren jedoch 2010 unterbrochen worden, weil Bandenchef Alexei Vojewodin in der Haft einen Selbstmordversuch unternahm.

Zweites psychiatrisches Gutachten abgelehnt

Vojewodin droht voraussichtlich eine lebenslange Lagerhaft – der Verteidigung gelang es nicht, ihn für unzurechnungsfähig erklären zu lassen, und ein zweites Gutachten wurde vom Gericht abgeleht. Die Petersburger Polizei hatte in den vergangenen Jahren eine Reihe von Rechtsradikalen verhaftet, nachdem ihr lange Untätigkeit in dieser Frage vorgeworfen worden war.

Bild: Der 2004 ermordete Ethnologe und Antifaschist Nikolai Girenko. (Wikimedia Commons)

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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