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Razzia und Schlägerei im Petersburger Gay-Club „Central Station“

Von   /  20. Dezember 2014  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Der homophobe Petersburger Stadtabgeordnete und selbsternannte Sittenwächter Vitali Milonow („Einiges Russland“ unternahm am 14. Dezember zusammen mit seinen Gesinnungsgenossen und der Polizei im Gay-Club „Zentralnaja Stanzia“ (Central Station) an der Uliza Lomonossowa eine Razzia. Dabei wurden Minderjährige Partygänger festgenommen.

Laut Fontanka.ru versuchte sich Milonow zuerst auf eigene Faust Zutritt zu dem Lokal zu verschaffen, der ihm jedoch von den Türstehern verwehrt wurde. Darauf mobilisierte er die Omon-Sonderpolizei, die den Klub stürmte, in dem gerade die „Loschadka-Party“ mit vielen kostümierten Gästen aus der Gay-Szene ablief. Die Polizei kontrollierte die Ausweise und fand nach der offiziellen Version keine minderjährigen Partygäste, worauf sie den Schauplatz verliess. Im Anschluss an die Razzia kam es jedoch vor dem Klub zu einer Schlägerei zwischen den Anhängern Milonows und Klub-Besuchern.

Milonow selbst behauptet, Eltern von Mitgliedern der Kremljugend „Molodaja Gwardja“ hätten ihn angerufen und berichtet, ihre Kinder seien in dem Klub. Bei seiner Ankunft sei er gerade dazu gekommen, wie auf der Bühne ein Geschlechtsakt vollzogen worden sei. Im Gegensatz zum Polizeirapport bestand er darauf, dass während der Polizeikontrolle ein 15-jähriges Mädchen festgenommen und aufs Polizeirevier gebracht und dort von seinen Eltern abgeholt worden sei. Die Jugendliche sei jedoch nur in den Klub gegangen, um die Perversion aufzudecken, die dort stattfände, so Milonow.

Es ist bei weitem nicht das erste Mal, dass Milonow und Angehörige der „Jungen Garde“ oder der russisch-orthodoxen Kirche eine Aktion gegen Lokale und Veranstaltungen homosexueller Kreise unternimmt. Milonow wurde als Autor des Verbots von „Homosexuellen-Propaganda“, das mittlerweile in ganz Russland gilt, weltbekannt. Kürzlich entfachte er eine Diskussion über Prostituierte und warb im Parlament für harte Geld- und Gefängnisstrafen für Freier.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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