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Rätselhaftes Taubensterben in Moskau und Petersburg

Von   /  15. August 2013  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Von den einen als „Täubchen“ geliebt, von den anderen als „fliegende Ratten“ gehasst – Tauben gibt es in Russland mehr als anderswo. Ihre Population wächst unkontrolliert wie jene der Strassenhunde und -Katzen. Jetzt haben die Bewohner der beiden russischen Hauptstädte ein Taubensterben festgestellt und Alarm gegeben.

Meldungen von Tierschützern und Bloggern beschreiben laut der Lokalzeitung „Moi Rayon“ ein häufiges Auftreten geschwächter und kranker Tauben, die sich unter geparkte Autos setzen und überfahren werden. Neben plattgedrückten Tauben liegen viele tote Tiere umher und werden oft tagelang nicht von der Strassenreinigung entfernt.

Veterinäre in beiden Städten sind daran, die Gründe für den Taubentod zu untersuchen. In Moskau wurden bisher zwei Fälle analysiert, und es steht fest, dass es sich nicht um die Vogelgrippe handelt. Das ist eine wichtige Erkenntnis, wird diese Krankheit  doch wegen einer möglichen Pandemie geführchtet.

Bitte nicht berühren!

Grundsätzlich wird vor dem Berührung von Tauben gewarnt. Rund 80 Prozent der Tiere sind mit diversen Krankheiten infiziert. Gefährdet sind vor allem Kinder, die kranke (und deshalb bewegungsunfähige) Tiere streicheln oder aufheben wollen.

Da sich die Tauben oft in der Nähe von Müllhalden aufhalten und als Schmutzfinken gelten, vermuten viele, die Vögel würden vergiftet wie obdachlose Tiere. Wie jedoch der Petersburger Ornithologe Oleg Smirnow erklärt, ist es kaum möglich, die Tiere zu vergiften, weil sie einen ausgezeichneten Geruchssinn haben, und vergiftete Köder einfach liegen lassen.

Grosser Rabenbestand könnte Grund sein

Auch die Hitze oder Hunger schliesst er als Todesursache aus. Die momentanen Temperaturen sind sicher nicht überdurchschnittlich hoch, und bezüglich Nahrung haben die Vögel auch alles, was sie brauchen.

Am ehesten hält er die Grosszahl von Raben für den Dezimierungsgrund. Diese Allesfresser vergriffen sich relativ oft an kleinen Tauben. Wenn die Eltern auf Nahrungssuche seien, holten sie die Jungtiere aus dem Nest und frässen sie auf. Damit kann man zwar ein allgemeines Absinken der Taubenzahl erklären, aber nicht das Auftreten geschwächter und überfahrener Tiere. (eva.)

Bild: Eugen von Arb/SPB-Herold

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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