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Radio “Echo Peterburg” ab sofort wieder auf Sendung

Von   /  16. Juli 2015  /  2 Kommentare

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eva.- Die Übertragung des regierungskritischen Radiosenders “Echo Moskaus” in St. Petersburg war anfang Juni abgeschaltet worden. Nach einem Streit zwischen Moskauer und Petersburger Aktionären über die Wahl des Generaldirektors der Firma “Musikalnaja Faktorja”, die den Sender in Petersburg betrieben hatte, kündigten die Moskauer den Vertrag, und richteten in Petersburg ein eigenes Redaktionsbüro ein.

Mittlerweile haben sich die Konfliktparteien versöhnt, und die Kontrollbehörde “Roskomnadsor” hat die Genehmigung erteilt, so dass “Echo Moskwy” wie gewohnt wieder auf der Frequenz 91,5 FM übertragen wird. In der Zwischenzeit konnten die Petersburger den Sender nur noch im Internet hören. Nach Ansicht der Medien hat die Petersburger Seite bei dem Konflikt den Kürzeren gezogen. Doch wird angenommen, dass der Minderheitsaktionär Sergei Nedowodin im letzten Moment eingelenkt und seine eigenen Interessen jenen des Radiopublikums hinten angestellt hat, damit das „Echo“ auf dem Petersburger Äther nicht für immer verstummte.

Dossier (Wikipedia):

Echo Moskwy (Эхо Москвы, dt. Echo Moskaus) ist ein russischer Hörfunksender aus Moskau. Echo Moskwy stammt aus der Glasnost-Zeit. Als in der Sowjetunion unter Michail Gorbatschow 1990 erstmals nichtstaatliche Medien zugelassen wurden, gründete eine Gruppe von Journalisten mit einem Startkapital von 150.000 Rubel Echo Moskwy. Die erste Sendung wurde am 22. August 1990 ausgestrahlt. Auf die Sendelizenz Nummer eins ist der Radiosender noch heute stolz.

Chefredakteur von Echo Moskwy ist Alexei Wenediktow.[1] 66 Prozent der Aktienanteile hält die Gazprom-Media Holding[2], eine Tochtergesellschaft der Gazprombank[3], die wiederum über die Aktiengesellschaft „Lider“ von der Bank Rossija kontrolliert wird. Der Rest der Anteile gehört den Redaktionsmitgliedern. Das Redaktionsstatut schreibt vor, dass der redaktionelle Kurs des Senders ausschließlich vom Chefredakteur bestimmt wird.

Die Zahl der Hörer von Echo Moskwy schätzt man auf 650.000 in der russischen Hauptstadt und eineinhalb Millionen in den Regionen (Stand: August 2005). „15 Jahre haben ausgereicht, um aus dem Sender eine der wichtigsten Stimmen des Landes zu machen“, schreibt die Berliner Zeitung. Unter den Moskauer Sendern ist Echo Moskwy die Nummer 10 mit einem Marktanteil von etwa 5 %, russlandweit bringt er es auf einen Höreranteil von etwa 2 % (damit Nummer 13 der Radiostationen Russlands; Angaben des Russischen Ministeriums für Presse, Funk, Fernsehen und Massenmedien).

Echo Moskwy ist der einzig verbliebene landesweite Rundfunksender, der noch nicht vom Kreml beherrscht wird und nach wie vor unabhängige und unzensierte Berichterstattung liefert. Der auf Umweltthemen spezialisierte Journalist Grigori Pasko sagte in Bezug auf die Unabhängigkeit des Senders:

„Es wird Echo Moskwy erlaubt zu existieren. Damit die Regierung etwas vorweisen kann, wenn die Frage aufkommt, ob es in Russland unabhängige Medien gibt. Es gibt mit der Nowaja Gazeta auch eine freie Zeitung. Aber es gibt keinen Fernsehsender, der wirklich kritisch berichtet. Das wäre auch zu viel des Guten, denn der Großteil der Bevölkerung wird über das Medium Fernsehen erreicht und manipuliert.“

Bild: Hillary Clinton im Studio von Radio „Echo Moskwy“ 2009 (Wikimedia Commons)

www.online812.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

2 Kommentare

  1. Ein grosses Unglück, dass diese Zeiten vorbei sind. Nicht, dass meine Sympathien für Hillary Clinton sehr gross sind. Aber die hysterische Hexenjagd, die in Russland momentan auf alles „Westliche“ und „Amerikanische“ stattfindet, ist absolut kurzsichtig, isoliert das Land und zerstört viel an Goodwill und Vertrauen, die in den letzten Jahren aufgebaut wurden.

  2. SATIREREAL sagt:

    Hillary Clinton im Studio von Radio „Echo Moskwy“ 2009
    Ein Glück das diese Zeiten vorbei sind.

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