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Putin offiziell mit über 60 Prozent gewählt – Beobachter halten Wahl für manipuliert

Von   /  4. März 2012  /  2 Kommentare

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rian./eva.- Nach der offiziellen Auswertung von 15 Prozent der Wahlprotokolle kommt Premier Wladimir Putin bei den Präsidentenwahlen am heutigen Sonntag auf 61,77 Prozent der Wählerstimmen. Wie die Zentrale Wahlkommission mitteilt, lautet die Zwischenbilanz wie folgt: Gennadi Sjuganow 17,9 Prozent, Wladimir Schirinowski 7,98 Prozent, Michail Prochorow 7,62 Prozent, Sergej Mironow 3,66 Prozent.


Laut Exit polls gewinnt Putin die Präsidentenwahlen mit 58,3 Prozent der Wählerstimmen.Den Platz zwei belegt laut diesen Angaben Gennadi Sjuganow, mit 17,7 Prozent. Dritter wird Michail Prochorow mit 9,2 Prozent, gefolgt von Wladimir Schirinowski mit 8,5 Prozent und Sergej Mironow mit 4,8 Prozent. Die Exit polls waren vom Meinungsforschungsinstitut WZIOM vorgenommen. Der Präsident Russlands wird erstmals für sechs Jahre gewählt.

Unanbhängige Wähler-Umfragen in St. Petersburg ergaben die folgenden Werte – Mediengruppe „Schum“: Wladimir Putin (52,9 Prozent), Michail Prochorow (19,1 Prozent), Sergei Mironow (7 Prozent), Gennadij Sjuganow (9,1 Prozent), Wladimir Schirinowski (11,9 Prozent). Die „Studentscheskaja Initiativa“ befragte 9585 Personen und kam auf die folgenden Werte: Wladimir Putin (51,1 Prozent), Michail Prochorow (21,8 Prozent), Sergei Mironow (7,1 Prozent), Gennadij Sjuganow (9,9 Prozent), Wladimir Schirinowski (10,1 Prozent).

Kreml hermetisch abgeschirmt

Die Wahlbeteiligung lag am Sonntag laut der Zentralen Wahlkommission etwas höher als bei den Staatsduma-Wahlen am 4. Dezember. Nach dem Stand von 18.00 Uhr Moskauer Zeit (15.00 MEZ) wurde die Wahlbeteiligung mit rund 57 Prozent gemessen. Mehr als 70 000 Anhänger von Premier und Präsidentschaftskandidat Wladimir Putin haben sich am Sonntagabend auf dem Manegeplatz vor der Kreml-Mauer in Moskau versammelt, um Putins Wahlsieg zu feiern. Putin zeigte sich mit Ex-Präsident Dmitri Medwedew, der als zukünftiger Ministerpräsident Putins gehandelt wird.

Schon Stunden zuvor war die Region um den Kreml und um die zentrale Wahlbehörde praktisch hermetisch mit Armeefahrzeugen und Sonderpolizei abgeschirmt worden. „Der Manegeplatz reicht nicht mehr aus, deshalb wurde der Kfz-Verkehr auf den anliegenden Straßen gesperrt“, teilte die Verwaltung des Innern der russischen Hauptstadt mit. „Die Menschen stehen auf den Fahrbahnen der Mochowaja- und der Twerskaja-Straße sowie auf dem Revolutionsplatz.“

Fiktive Wahllokale und „Karussells“

Während die Wahlen von offizieller Seite als korrekt bezeichnet wurden und lediglich 85 Verstösse registriert wurden, sprachen unabhängige Beobachter von mehr als 2000. In St. Petersburg wurden von verschiedenen Medien Manipulationen, so schreibt Fontanka.ru, im offiziellen Verzeichnis seien rund ein halbes Dutzend Wahllokale aufgeführt gewesen, die nicht in Betrieb waren. Wie schon bei der Duma-Wahl im Dezember wurden auch diesmal an gewissen Orten der Stadt Beobachter nicht in die Wahllokale gelassen. Ausserdem wurden so genannte „Karussells“ beobachtet – Menschengruppen, die per Bus an zu verschiedenen Wahllokalen gefahren wurden und ihre Stimme gleich mehrmals abgaben.

Entgegen diesen Meldungen bezeichnete der Petersburger Gouverneur die Wahl als „organisiert“, und auf der Webseite wurden praktisch sämtliche Verstoss-Meldungen in den Medien als „unrichtig“ dementiert. Als „lächerlich“ hat Stanislaw Goworuchin, Chef des Wahlstabs von Wladimir Putin, die Behauptungen von Vertretern der Opposition bewertet, bei den Präsidentenwahlen habe es wesentliche Verstöße gegen die Wahlregeln gegeben. Tausende von Webkameras, welche das Geschehen in den Wahllokalen ins Internet übertrugen, sollten Transparenz und Korrektheit während der Wahl garantieren.

Bild: www.kremlin.ru

www.rian.ru

www.fontanka.ru

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Präsidentenwahl: Wahlbeteiligung bei rund 50 Prozent – widersprüchliche Meldungen über Verstösse

Kommentar: Die russische Demokratie im Laufgitter

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

2 Kommentare

  1. Anonymous sagt:

    Diese Erhebungen sind schon interessant, und ich habe durchaus verstanden, dass Putin auch so gewählt worden wäre, wenn…. Nur dieses „wenn“ stört leider, denn wegen diesem „wenn“ bleibt selbst die genialste Erhebung nur Theorie, die mit der Wirklichkeit nicht das geringste zu tun hat. Es geht hier nicht darum wer gewählt wurde, sondern wie er gewählt wurde.

  2. mm sagt:

    Habe mir gerade diesen Blog Eintrag angesehen – eine durchaus lesenswerte Ergänzung zum Thema PUTIN WAHL

    http://backyard-safari.blogspot.com/2012/04/wahlnachlese-v.html

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