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Protestaktion gegen Vandalismus am Mephistopheles-Haus

Von   /  31. August 2015  /  1 Kommentar

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eva.- Hunderte Petersburger versammelten sich am 30. August in der Lachtinskaja-Strasse, um gegen die Entfernung des Bareliefs am Mephistopheles-Haus zu demonstrieren. Die Aktion verlief friedlich, allerdings gelang es nicht, eine Reproduktion des Reliefs an der leeren Stelle im Giebel zu platzieren.

An der Nummer 24 der Lachtinskaja auf der Petrograder Seite versammelte sich eine Menge von 200 bis 500 Personen, um friedlich gegen den Vandalenakt zu protestieren. Am 26. Augst hatten Unbekannte die Teufelsfigur vom Jugendstil-Haus des Architekten Alexander Lischnewski, welche direkt zur gegenüberliegenden Kirche der heiligen Xenia hinüber lachte. Man sagt, das Mephistopheles-Gesicht sei damals nach dem Vorbild des berühmten Opernsängers Fjodor Schaljapin angefertigt worden.

Mephistopheles-Reproduktion konnte nicht montiert werden

Neben Denkmalschützern traten auch Stadtabgeordnete, wie Boris Wischnewski, Alexander Korbinsky und Maxim Resnik auf, die eine rasche Aufklärung des Vandalenakts und eine Rückkehr des Reliefs an seinen Platz forderten. Alle gaben sich erstaunt ab der grossen Menge und erinnerten daran, dass für den Denkmalschutz zum letzten Mal beim Protest gegen das geplante Gazprom-Hochhaus „Ochta-Zentr“ und gegen den Abriss das Hotel „Angleterre“ so viele Menschen auf die Strasse gegangen waren.

Zwar plante man, noch an diesem Tag symbolisch eine Reproduktion des Mephistopheles an die leere Stelle an der Fassade zu setzen, doch hatte der Hausverwaltungsdienst kurz vor dem Meeting den Zugang zum Obergeschoss durch ausgewechselte Schlösser verhindert. Ausserdem liess der stellvertretende Bezirksvorsitzende Andrei Zibinogin verlauten, bevor die Fotografie aufgehängt werden könne, müssten alle Sicherheitsfragen geklärt werden.

„Mit euch ist der Teufel, mit uns Mephistopheles!“

Dies erstaunt nicht, denn bereits kurz nach dem Vandalenakt war bekannt geworden, dass die Trümmer des heruntergeschlagenen Reliefs schnell und diskret von der Firma „Stroisad“ abtransportiert worden waren, die dem Sohn der Lokalpolitikerin Walentina Grigorjewa gehört. Sie  wiederum besitzt die Hausverwaltungfirma „Terra“, die auch das „Mephistopheles-Haus“ bedient.

So blieb der Mephistopheles unten und diente als Hintergrund für Erinnerungsfotos. Einige Demonstranten hatten sich das grinsende Teufelsgesicht auf T-Shirts gedruckt und drückten so ihre Solidarität aus. Auf einem Transparent war zu lesen: „Mit euch ist der Teufel, mit uns Mephistopheles!“ Zur Protestaktion war auch die Polizei gekommen, die jedoch lediglich die Strasse für den Verkehr freihielt.

Bilder: Eugen von Arb/ SPB-Herold

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

1 Kommentar

  1. Realsatire sagt:

    Lomat ne stroi / Kaputthauen ist leichter als aufbauen. Sagt schon ein altes russiches Sprichwort, es gilt aber auch in jeder Anderen Hinsicht. Mit wenigen Worten kann man ja Beziehungen und Arbeit von Jahre – (hunderten) in den Müll treten. Wer so handelt wie diese christlichen Fanatiker, begiebt sich in gefährliche Nähe solcher Wahnsingen wie von dem IS z.B. in Palmyra. Egal wo religöser Fanatismus Kultur und Menschen terrorisiert muss mann das auch Terrorismus nennen und genauso bekämpfen.
    Ein gutes Zeichen, das sich die Sankt-Petersburger in solchen Massen solidarisieren.

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