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Protestaktion gegen Gebühr auf Petersburgs Mautstrasse

Von   /  6. Januar 2017  /  Keine Kommentare

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eva.- Während mehr als drei Stunden blockierten mehrere Fahrzeuge die Zahlstelle des Autobahnzubringers ZSD bei der Ausfahrt Blagodatnaja Uliza. Als offiziellen Grund gaben die Vertreter der „Vereinigten Transportunternehmer Russlands“ (OPR) ihren Protest gegen die Gebühr auf einer Strasse an, die zu einem grossen Teil aus Steuergeldern finanziert worden war. Inoffiziell wird vemutet, dass der Koordinator der Organisation eine persönliche Rechnung mit dem Strassenbetreiber beglich.

Fünf Personenwagen und zwei Lastwagen simmulierten am Zahlterminal bei der Ausfahrt „Blagodatnaja Uliza“ Auffahrunfälle vor den Schlagbäumen. Da in solchen Fällen immer noch die Verkehrspolizei zur Aufnahme des Unfallprotokolls anrücken muss, kam es vor den Terminals zwischen 15.00 und 15.40 zu langen Warteschlangen. Ein Brumifahrer wurde nach Angaben von Fontanka.ru festgenommen.

Die Organisation OPR hatte im vergangenen Jahr bereits gegen die neu eingeführte Lastwagen-Maut „Platon“ protestiert. Aber obwohl sie mit ihrer jüngsten Aktion die Interessen der Automobilisten verteidigten, ernteten sie in den Sozialnetzwerken wenig Lob – im Gegenteil wurden sie in den meisten Kommentaren zum Teufel geschickt.

Stadtabgeordneter Wischnewski: „Strassengebühr ist Diebstahl“
Immerhin erhielten sie moralische Unterstützung vom Petersburger „Jabloko“-Stadtabgeordneten Boris Wischnewski, der die kürzlich angehobenen Strassengebühren als Diebstahl bezeichnete. Ob die Betreibergesellschaft der Mautstrasse die Demonstranten verklagt, ist noch offen. Die Strasse gehört zu 50 Prozent der Bank VTB und zu 41,5 Prozent der Gasprombank.

Die Protestaktion hat aber vermutlich noch einen anderen Grund – einen sehr privaten. Drei Tage davor war der OPR-Koordinator Andrei Baschutin für einen Tag von der Polizei festgehalten worden. Er hatte bei derselben Ausfahrt versucht, die Intaktheit des Schlagbaums, den sein Sohn angeblich beschädigt haben soll, mit der Kamera zu dokumentieren. Nach Darstellung der Strassenbetreibergesellschaft soll Andrei Baschutins Wagen zudem schon mehrmals die Zahlstellen durchbrochen haben, ohne Gebühren zu zahlen.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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