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Protektionismus auf dem russischen Automarkt – höhere Zollgebühren auf Importwagen und ihre Folgen

Von   /  23. Dezember 2008  /  Keine Kommentare

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rian.- Keine „schöne Bescherung“ für die russischen Autobauer: Ab dem 11. Januar werden in Russland die Zolltarife für die Einfuhr von Pkw’s ausländischer Produktion erhöht. Darüber schreibt das Wirtschaftsmagazin „$martMoney“ vom Montag.

Ab Januar werden die Zollgebühren für Importautos 30 statt früher 25 Prozent des Gesamtwertes betragen. Vor dem Hintergrund dieser Erhöhung klettern die Pkw-Preise bei den Verkäufern bereits jetzt nach oben. Was die Regierung damit bezweckt, sei klar, schreibt „$martMoney“: Sie will die russischen Autobauer schützen. Zu den „russischen Autobauern“ zählen aber nicht nur die eigentlich russischen Betriebe, sondern auch die ausländischen Hersteller, die in Russland ihre Fahrzeuge produzieren.

Auch für die einheimischen Autobauer kein einfaches Leben

Für die Letzteren ist das Leben schon längst kein Zuckerlecken mehr: keine Spur von Warteschlangen, die ohnehin bescheidenen Produktionsmengen wurden plötzlich für den russischen Markt zu groß. Das russische Ford-Werk bei Sankt-Petersburg wird zum Beispiel für einen Monat eine Zwangspause einlegen müssen. Der russische Autohersteller Avtoframos hat bereits zweiwöchige Ferien hinter sich.

Der Umstand, dass die internationale Konkurrenz die Preise für ihre Modelle nach oben korrigieren muss, könnte den russischen Autobauern gerade recht kommen. Doch die Lage ist viel komplizierter. Der französische Autohersteller Renault produziert in Russland den populären Logan, zugleich aber verkauft er auch solche Modelle wie Clio, Laguna, Megane, Espace usw.

Der Einbruch der Verkaufszahlen würde die Expansion dieser Firma auf dem russischen Markt bremsen, der einheimische Logan würde genauso darunter leiden, wie das importierte Modell Espace.

Höhere Einfuhrzölle bringen in der Krise kaum etwas

Die Nachfrage spielt dabei eine entscheidende Rolle. Sollte der russische Automarkt wirklich im Zuge der Krise um 40 bis 50 Prozent schrumpfen, würden auch die erhöhten Zollgebühren kaum etwas bewirken können. Sollte sich der Markt aber erholen, würden die überzogenen Preise für importierte Pkw’s die Nachfrage nach den in Russland produzierten ausländischen Modellen stärken.

Die rein russischen Betriebe werden kaum von den erhöhten Zollgebühren profitieren. Das Schicksal von AvtoVAZ beispielsweise ist bereits jetzt von der Situation seines französischen Partners Renault auf dem russischen Markt stark abhängig. Mehr noch, die Franzosen könnten ihre Pläne bezüglich der Modernisierung des Autowerkes in der Stadt Togliatti gänzlich aufgeben.

www.rian.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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