Laden...
Sie sind hier:  Home  >  Aktuell  >  Aktuelle Artikel

Postalische Weihnachtsgrüsse aus Finnland in einer Ausstellung

Von   /  28. Dezember 2016  /  Keine Kommentare

    Drucken       Email

eva.-  So überzeugt die Finnen sind, dass der Weihnachtsmann bei ihnen zu Hause ist, so fanatisch verschicken sie an Weihnachten Glückwunschkarten per Post an Freunde und Bekannte. Wer die kleine aber feine Postkarten-Ausstellung in der Lermontow-Bibliothek für nationale Kulturen sieht, begreift, dass die Weihnachtspost ein Synonym für finnischen Nationalstolz ist.

Bücher in den verschiedensten Sprachen und Folklore-Kostüme aus allen Regionen Russland schmücken den Raum, in dem am 23. Dezember die Ausstellung „In Erwartung von Weihnachten“ eröffnet wurde. In mehreren Vitrinen ist eine bunte Auswahl finnischer Weihnachtspostkarten ausgestellt.

Sie zeigen das Jesuskind in der Krippe, Kinder beim Weihnachtsplätzchen backen, Szenen auf dem Bauernhof oder in der Sauna, Kinder im Skikostüm oder Trachten, Engel, Schlittschuhläufer, und, und, und. Daneben sind die Sammlungskataloge ausgestellt, in denen die tausenden von Karten alle säuberlich verzeichnet sind.

Ein finnischer Volkssport

Das Verschicken, Sammeln, Tauschen und Handeln von Weihnachtspostkarten ist in Finnland ein richtiger Volkssport, wie Anna Lebedkowa, Organisatorin der Ausstellung und Inhaberin der Galerie Maj-Art in Tampere erklärte.

Allein in Finnland werden heute jährlich 50 Millionen Weihnachtspostkarten verschickt. Bereits im 19. Jahrhundert erschien dort eine Vielzahl von Karten, und nach der Unabhängigkeitserklärung 1917 wurden die Karten zu einer Art Nationalsymbol. Einige Karten tragen auf der Rückseite den Stempel „Feldpost“ und weisen auf die bewegte Geschichte Finnlands hin – den Winterkrieg oder den Weltkrieg.

Schon vor einem Jahrhundert Millionen Sendungen

Die erste finnische Weihnachtspostkarte erschien schon 1871, und diese Idee wurde so populär, dass 1900 bereits 800.000 und fünf Jahre später 2,7 Millionen Karten landesweit verschickt wurden.

Interessanterweise waren auf den ersten Karten noch keine der heute typischen Weihnachtsmotive abgebildet, sondern Blumen und Spitzenmuster. Erst später kamen neue Motive, wie zum Beispiel die Zwergenfiguren aus der finnischen Mythologie des schwedischen Illustratoren Jenni Nüström hinzu.

Auch zeitgenössische Karten in der Ausstellung

Die heute typischen Motive, wie dem „Joulupukki“ (Weihnachtsmann auf Finnisch), kamen erst vor rund hundert Jahren auf. Eine wichtige Rolle spielen auch Blumen – Hyazinthen, Maiglöckchen und Chrisanthemen. Später kam der Weihnachtsstern dazu – Rot ist die finnische Weihnachtsfarbe.

Als zeitgenössisches Element sind in der Ausstellung Karten der populären Illustratorin Heli Pukki zu sehen. Hauptakteure dieser lustigen Weihnachtsszenen sind Tiere, die in verschneiter Landschaft spielen oder sich zusammen mit ihren Freunden zum gemütlichen Weihnachtsfest in ihren Unterschlupf zurückgezogen haben. Drei Grafiken von Tuija Sinisalo runden die Ausstellung ab.

Die Lermontow-Bibliothek ist als offener und multikultureller Treffpunkt der ideale Standort für diese Ausstellung. Während der Eröffnung präsentierte die Kuratorin des Projekts Nadeschda Dobrjanskaja die beiden erfahrenen Folklore-Tänzer und Sänger Rimma und Anatoli Doriso, die in Original-Tracht eine Reihe von Kostproben aufführten.

Bis 14. Januar. Lermontow-Bibliothek für nationale Kulturen, ul. Gorochowaja 41 (Eingang im Hof). Kontakt: Tel. 310-05-63. www.lermontovka-spb.ru

Bilder: Eugen von Arb/ SPB-Herold

[ad#ad-3]

    Drucken       Email

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren...

Erarta-Museum zeigt monumentale Dali-Skulpturen

mehr…