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Politisches Stelldichein an der Petersburger Maifeier

Von   /  2. Mai 2015  /  Keine Kommentare

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eva.- An die Maidemo gingen auch dieses Jahr Vertreter fast aller politischer Richtungen – sogar die Schwulen- und Lesben-Bewegung LGBT. Obschon sich Polit-Clown Vitali Milonow dagegen empörte, wurden die VertreterInnen der sexuellen Minderheiten in Ruhe gelassen.

Offiziell wurde die Teilnehmerzahl an der diesjährigen Mai-Demo auf dem Newski-Prospekt mit über 90.000 Personen angegeben – rund die Hälfte nahm dabei die Kreml-Partei „Einiges Russland“ (ER) für sich in Anspruch. Das ist kein Wunder, denn durch ihr Machtmonopol konnte sie leicht tausende von Partei- und Gewerkschaftsmitgliedern, sowie Staatsangestellte, Lehrer, Ärzte usw. mobilisieren.

System-Opposition und echte Opposition mit dabei

Natürlich marschierten auch die Mitglieder der so genannten „System-Opposition“, jener Parteien, die sonst noch in der Regierung vertreten sind – Kommunisten (KP), Liberaldemokraten (LDPR) und „Gerechtes Russland“ (SR). Letztere demonstrierten gleich in voller Deutlichkeit den Kurswechsel, welcher die Partei in den letzten Monaten vollzogen hat.

An der Spitze des gelben Haufens ging der neue Petersburger Vorsitzende Oleg Nilow, der sich in einem unschönen Abstimmungsverfahren gegen die populäre Duma-Abgeordnete Oxana Dmitrewa durchgesetzt hatte. Gleich neben ihm schritt jener, der die Rochade ermöglicht hatte, Parteipräsident Sergei Mironow.

Traumpaar: Milonow und LGBT-Bewegung

Entsprechend ihrer Vertretung in den politischen Gremien waren die echte Opposition wesentlich schwächer anwesend – „Jabloko“ und „RPR-Parnas“ demonstrierten auf ihren Transparenten für die Aufklärung des Mords an Boris Nemzow und Frieden in der Ostukraine. Für einmal mit dabei war die Schwulen- und Lesben-Bewegung LGBT mit regenbogenfarbenen Fahnen.

Schon fast programmgemäss mischte sich der Petersburger Stadtabgeordnete Vitali Milonow ein und versuchte die Polizei dazu zu bewegen, gegen die „Gesetzesverbrecher“ vorzugehen – wurde jedoch diesmal selbst verwarnt und weggewiesen. Als Antwort skandierten die LGBT-Aktivisten beim Vorbeimarsch „Milonow – ich liebe Dich, ich möchte ein Kind von Dir!“ und „Danke für Deine Werbung, Milonow“.

Bild: www.gov.spb.ru

www.fontanka.ru

Weitere Artikel zu diesem Thema:

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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