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PMEF 2013: Verträge für 221,5 Milliarden Euro unterzeichnet

Von   /  23. Juni 2013  /  Keine Kommentare

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rian.- Das St. Petersburger Internationale Wirtschaftsforum ist mit der Unterzeichnung von 102 Verträgen und Absichtserklärungen in einem Gesamtwert von 9,6 Billionen Rubel (221,5 Milliarden Euro) zu Ende gegangen. Das teilte der stellvertretende Minister für Wirtschaftsentwicklung Russlands, Sergej Beljakow, im russischen Fernsehen mit.

Allein Russlands größter Ölförderer Rosneft habe mit dem chinesischen Energiekonzern CNPC einen Vertrag über die Lieferung von Rohöl im Laufe von 25 Jahren für 205 Milliarden Euro (270 Millionen US-Dollar) geschlossen.

Zu den bescheideneren Abschlüssen zählte der Minister Abkommen, die der Gaskonzern Gazprom mit der Electricite de France (EdF) über die Grundbedingungen für die Gaslieferung via South Stream sowie ein Absichtsprotokoll mit dem italienischen Versorger ENI über den Erwerb des Kraftwerks Marcinelle in Belgien unterzeichnete.

Russlands zweitgrößter Gasförderer NOVATEK und CNPC brachten ein Abkommen über den Einstieg der Chinesen in das Jamal-LNG-Projekt zum Bau eines Gasverflüssigungswerks auf der Halbinsel Jamal zustande. Zudem plant NOVATEK langjährige Gaslieferungen nach China.

Die Gazprombank signierte ein Abkommen mit dem US-Konzern General Electric über die Gründung eines gemeinsamen Venture-Fonds in Höhe einiger hundert Millionen US-Dollar, aus dem innovative Projekte finanziert werden. Im vergangenen Jahr waren während des St. Petersburger Forums Verträge im Gesamtwert von 360 Milliarden Rubel zustandegekommen.

Rosneft stockt Förderung auf

Russlands größter Ölkonzern Rosneft will die Ölgewinnung in sieben Jahren auf 220 Millionen Tonnen aufstocken. Das teilte Rosneft-Chef Igor Setschin auf dem Forum mit. 2012 hatte der Konzern 125,779 Millionen Tonnen und ein Jahr davor 122,494 Millionen Tonnen Öl gewonnen. Nach der Übernahme des russisch-britischen Joint Ventures TNK-BP will Rosneft die Ölproduktion in diesem Jahr auf bis zu 215 Millionen Tonnen Öl steigern.

Setschin zufolge wird Rosneft 2013-2022 etwa 200 Milliarden US-Dollar investieren. „82 Prozent dieser Summe entfallen auf die Förderung, 15 Prozent auf die Ölverarbeitung und drei Prozent auf das Service“, sagte der Konzernchef.

Gazprom und BASF erörtern gemeinsame Projekte

Russlands größter Gasförderer Gazprom und der deutsche Chemiekonzern BASF haben gemeinsame Projekte in Russland und dritten Ländern erörtert.

Wie Gazprom mitteilte, hatten Konzernchef Alexej Miller und BASF-Vorstandsvorsitzender Kurt Bock am Rande des St. Petersburger Wirtschaftsforums gemeinsame Aktivitäten im Energiebereich diskutiert. Viel Raum habe auch der Tausch von Unternehmensbeteiligungen zwischen Gazprom und BASF-Tochter Wintershall eingenommen, hieß es.

Ganz oben auf der Tagesordnung stand die Kooperation beider Unternehmen bei der Umsetzung der Gastransportprojekte South Stream und Nord Stream. Die Seiten waren sich darin einig, dass die rechtzeitige Realisierung solcher Vorhaben angesichts der prognostizierten höheren Nachfrage nach Erdgas eine Gewähr für eine stabile und zuverlässige Versorgung Europas in langfristiger Perspektive ist.

Ostsee-Pipeline soll ausgebaut werden

Gazprom und der französische Energieversorger GDF SUEZ denken über einen Ausbau der Ostsee-Pipeline Nordstream nach, durch die der russische Energiegigant Erdgas direkt nach Nordeuropa liefert.

Am Rande des Internationalen Wirtschaftsforums in Sankt Petersburg einigten sich die beiden Unternehmen darauf, die Möglichkeiten für einen Ausbau der Pipeline auszuloten. Eine entsprechende Vereinbarung unterzeichneten Gazprom-Vize Alexander Medwedew und der stellvertretende Präsident von GDF SUEZ, Jean-François Cirelli.

Die Ostsee-Pipeline führt von der russischen Portowaja-Bucht nahe Wyborg an der Grenze zu Finnland durch die Wirtschaftsgewässer von Finnland, Schweden und Dänemark bis nach Greifswald an der deutschen Ostseeküste. Die 1224 Kilometer lange Leitung hat derzeit zwei Stränge mit einer Durchsatzkapazität von jeweils 27,5 Milliarden Kubikmeter pro Jahr. Ihre Zielmärkte sind neben Deutschland auch Großbritannien, die Niederlande, Frankreich und Dänemark.

Gazprom hält 51 Prozent der Anteile am Betreiberkonsortium Nord Stream AG. Die deutschen Gesellschafter BASF und E.ON besitzen jeweils 15,5 Prozent der Anteile. Der niederländische Gesellschafter Gasunie und GdF Suez kontrollieren jeweils neun Prozent der Aktien. Erstes Gas war im Oktober 2012 durch die Rohre geflossen.

Russisch-britisches Atomenergie-Programm

Rosatom will beim Atomenergie-Programm Großbritanniens mitmachen. Gemeinsam mit Rolls Royce arbeitet die russische Atomenergiebehörde bereits an einem Plan für einen Einstieg, wie Rosatom-Chef Sergej Kirijenko mitteilte.

„Wir sind bislang noch nie in Großbritannien tätig gewesen und wollen an diese Arbeit konsequent herangehen“, sagte Kirijenko am Donnerstag am Rande des Internationalen Wirtschaftsforums in Sankt Petersburg.

Nach seinen Worten wird Rosatom durch das Energieministerium und das Industrieministerium unterstützt und hat das namhafte britische Unternehmen Rolls Royce als Partner auf seiner Seite. „Wir arbeiten mit Regierungsorganisationen und Rolls Royce an einer Roadmap, die die Folge der Schritte festhalten und schon in einigen Monaten fertig sein soll.“

Schnell werde das aber nicht gehen, räumte Kirijenko ein, der 1998 sechs Monate lang russischer Ministerpräsident war. Lizenzierung und öffentliche Erörterung, aber auch das Aussuchen der Standorte würde Zeit in Anspruch nehmen. Zudem müsse die russische Atomtechnik in Großbritannien zertifiziert werden.

Bild: Ria Novosti/ Anatolyi Lebed

www.rian.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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