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Petrosawodsk: finnischer Journalist wegen Interview mit Oppositionspolitikerin festgenommen

Von   /  25. Januar 2016  /  Keine Kommentare

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eva.- Ein finnischer Journalist wurde am 24. Januar während eines Gesprächs mit der abgesetzten Bürgermeisterin der karelischen Stadt Petrosawodsk Galina Schirschina festgenommen. Weil er ohne Akkreditierung eingereist war, wurde er gebüsst und sein Visum annuliert.

Wie Esa Tuominen gegenüber Fontanka.ru sagte, lief er in eine perfekt inszenierte Falle. Während er in einem Café mit Galina Schirschina sprach, kamen zwei Polizisten und ein Zivilbeamter in das Lokal, verlangten seine Dokumente und führten ihn ab.

Busse und Annulation des Visums

Während vier Stunden wurde er beim Migrationsdienst verhört und schliesslich mit 2000 Rubel Strafe wegen unerlaubter Berufsausübung gebüsst. Sein Mehrfachvisum für Kulturschaffende wurde wegen der falschen Angabe seines Reiseziels annuliert und in ein einfaches Visum für eine einmalige Einreise umgewandelt.

Wie sich erwies, hatten zwei Frauen, die im Café am Nebentisch sassen, die Polizei verständigt, „weil sich ein schlecht Russisch sprechender Mann mit der Politikerin unterhalten habe“. Tuominen zweifelt daran, dass sich die beiden Damen dort zufällig befanden.

Schirschina nach zwei Jahren als Bürgermeisterin abgesetzt

Die Oppositionspolitikerin Galina Schirschina, mit der Tuominen gesprochen hatte, war im Dezember nach zwei Jahren von ihrem Posten als Bürgermeisterin von Petrosawodsk abgesetzt worden. Der Stadtrat begründete diesen Schritt damit, dass Schirschina ihrer Aufgabe nicht gewachsen sei.

Schirschina bestreitet dies vehement und hat bereits beim Stadtgericht eine Klage eingereicht, die jedoch zurückgewiesen wurde. Die Ex-Bürgermeisterin hat die Klage nun an das karelische Obergericht weitergezogen. Das Café, in dem das Gespräch stattfand, hatte der Politkerin nach ihrer Absetzung einen kostenlosen Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt.

Bild: Wikimedia Commons/ Vladimir Larionov

www.fontanka.fi

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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