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Petersburger Zenit-Stadion: Bauarbeiten wegen Geldmangel faktisch eingestellt

Von   /  14. Juli 2016  /  Keine Kommentare

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eva.- Die Baufirma „Inschtranstroi-SPB“ hat die Petersburger Stadtregierung darüber informiert, dass die Arbeiten an der „Zenit-Arena“ auf der Krestowski-Insel faktisch eingestellt sind. Das Unternehmen erhebt gleichzeitig schwere Vorwürfe an die Regierung und macht sie für Termindruck und die ausstehende Finanzierung verantwortlich.

Mit einer Protestaktion der Arbeiter auf der grössten Bausstelle Petersburgs wurde der Entschluss, die Arbeit vorläufig niederzulegen unterstrichen. Damit begann eine weitere traurige Episode in der langen und qualvollen Baugeschichte des Stadions, in dem 2018 WM-Spiele über die Bühne gehen sollen.

In dem Brief an den Smolny schreibt „Inschtranstroi-SPB“, dass die Stadt als Auftragsgeber durch die ständigen Abänderungen am Projekt die fristgerechte Ausführung praktisch unmöglich mache. Der Grad an Änderungen beträgt in gewissen Bereichen bis zu 30 Prozent, schreibt Fontanka.ru.

Zahlungen in Milliardenhöhe ausstehend

Ausserdem sind laut dem Unternehmen Gelder für bereits erledigte Arbeiten in der Höhe von rund einer Milliarde Rubel ausstehend, was grosse Liquiditätsprobleme mit sich bringt. Die angekündigte Erhöhung des Budgets um 4,3 Milliarden Rubel ist bisher nicht erfolgt. Durch den schwachen Rubelkurs und die Inflation ist man vor allem bei importierten Materialien und Ausrüstungen in Zahlungsschwierigkeiten geraten.

Die Firma denkt laut ihrem Schreiben an eine Kündigung des Vertrags, obwohl bereits 2017 Spiele des FIFA-Konföderationen-Pokals im Stadion ausgetragen werden sollen. Darum, so schreibt das Unternehmen, sehe man sich gezwungen, an den Petersburger Gouverneur zu appellieren, eine Lösung zu suchen. Natürlich werde man alle ausführbare Arbeiten fortsetzen.

Kostenexplosion

Das Stadion ist bereits seit knapp einem Jahrzehnt im Bau, und die Kosten sind seither explodiert. Immer wieder kommt es zu Änderungen in der Bauleitung und zu Skandalen wegen Betrugs- und Korruptionsverdacht. Erst im vergangenen Mai unternahm die Polizei eine grossangelegte Durchsuchungsaktion in einem Betrugsfall, der mit dem Stadion im Zusammenhang steht.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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