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PEF: Abschluss von Milliardengeschäften

Von   /  9. Juni 2008  /  Keine Kommentare

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rian.- Beim zwölften Internationalen St. Petersburger Wirtschaftsforum sind 17 größere Verträge im Gesamtwert von 14,6 Milliarden US-Dollar abgeschlossen worden. Im vergangenen Jahr hatte der Gesamtwert der getätigten Geschäfte 13,5 Milliarden US-Dollar betragen. Dies teilte die russische Wirtschaftsministerin Elvira Nabiullina am Montag zu den Ergebnissen des Forums mit.

Nach Angaben der Ministerin nahmen insgesamt mehr als 10 000 Besucher, darunter 2300 Delegierte und 800 Medienvertreter, am diesjährigen Forum teil. 74 offizielle Delegationen waren zu dem Forum angereist. Unter den Teilnehmern befanden sich Staatschefs, ranghohe Staatsbeamte sowie Leiter von weltweit führenden Unternehmen. Außerdem nahmen sieben Delegationen von internationalen Organisationen wie der IWF, die Weltbank und die EBWE an dem Forum teil. Das zweitägige Programm umfasste zwei Plenarsitzungen, elf Konferenzen und 13 Rundtisch-Gespräche.

„Erstes Konzessionsabkommen seit der Oktoberrevolution“

Die Gouverneurin von Sankt Petersburg, Valentina Matwijenko, berichtete über eine Reihe von Abkommen, die am Rande des Forums signiert wurden, sowie über andere bedeutsame Ereignisse. Dazu zählte sie die Ergebnisse der Ausschreibung für den Bau der ersten Maut-Schnellstraße im Westen des Landes.

Laut Matwijenko handelt es sich um das erste Konzessionsabkommen seit der Oktoberrevolution (von 1917) in Russland. Das Projekt sieht staatliche und private Investitionen von insgesamt rund zehn Milliarden US-Dollar vor. Zu dem für diesen Zweck gebildeten internationalen Betreiberkonsortium ZSD Newski Meridian gehören Strabag AG, Bouygues Travaux Publics, Hochtief PPP Solutions, Egis Projects, die Aktiengesellschaft Mostrotrest 19 und Basel.

MTS und Intel kooperieren beim Projekt „Ein Schüler – ein Computer“

Nach Angaben der Gouverneurin werden sich die internationale Geldinstitute EBWE und Severny Bank an der Finanzierung des Projekts beteiligen. Die Finanzierung erfolgt im Rahmen einer staatlich-privaten Partnerschaft, wobei 50 Prozent der Investitionen von Privatunternehmen und die restlichen 50 Prozent vom Staat geleistet werden. Zwei Drittel der Finanzmittel werden aus dem Investmentfonds und ein Drittel aus dem Haushalt der Stadt Sankt Petersburg geschöpft.

Im Rahmen des Wirtschaftsforums wurde auch der Grundstein für ein Hyundai-Autowerk gelegt. Der Mobilfunkbetreiber MTS und die US-Gesellschaft Intel schlossen ein Abkommen über die Umsetzung des Bildungsprojektes „Ein Schüler – ein Computer“. Unterzeichnet wurden auch Abkommen mit Developerunternehmen über den Bau eines Industrieparks und von Wohnvierteln im Gesamtwert von rund 3,5 Milliarden US-Dollar.


Moskau gehört in fünf Jahren zu den zehn größten Welt-Finanzzentren

Die russische Hauptstadt Moskau kann in fünf bis sieben Jahren unter den zehn größten Welt-Finanzzentren landen. Das sagte der russische Präsidentenberater Arkadi Dworkowitsch am Sonntag am Rande des Internationalen Wirtschaftsforums in Sankt Petersburg.

Dafür müsste Russland aber nicht nur das Angebot an Finanzdienstleistungen erweitern, sondern auch infrastrukturelle Beschränkungen beseitigen, urteilte Dworkowitsch. In Moskau müssten neben der Entwicklung des Börsenhandels und der Einrichtung eines Einlagen- und Clearing-Zentrums auch Verkehrs- und Informationsprobleme gelöst werden.

Für den Aufbau eines Welt-Finanzzentrums sei ein denkbar liberales Visaregime notwendig, sagte Dworkowitsch. Um den Finanzstandort Moskau attraktiv zu machen, müssten auch die Steuergesetze entsprechend angepasst werden. In Moskau soll Dworkowitsch zufolge ein universelles Finanzzentrum nach dem Beispiel von New York, London oder Frankfurt entstehen.


Russische Frachtfluggesellschaften verdienen an Kriegen in anderen Staaten

Die russischen Frachtfluggesellschaften verdienen laut Vizepremier Sergej Iwanow an Kriegen in anderen Staaten und werden das auch weiterhin tun.

„Unsere Unternehmen beteiligen sich an Transporteinsätzen bei Kriegen, die andere Staaten führen. Wir verdienen an Kriegen, auch wenn das zynisch klingt“, sagte Iwanow, der von 2001 bis 2007 russischer Verteidigungsminister war, am Sonntag auf dem 12. Internationalen Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg.

Russland selbst führe keine Kriege. Doch die russische Regierung werde die heimischen Luftfrachtunternehmen auch weiterhin nicht daran hindern, Militärtransporte im Interesse anderer Staaten abzuwickeln.


Investitionsbedarf im russischen Maschinenbau

In der russischen Maschinenbau-Industrie besteht ein erheblicher Modernisierungsbedarf. Für eine technische Umrüstung wären zwischen 100 und 150 Milliarden US-Dollar notwendig.

Das sagte Alexej Aljoschin, Vizechef der staatlichen Technologieholding Rostechnolgii, am Sonntag dem Nachrichtensender „Westi 24“. „Unserer Maschinenbau braucht eine tiefgehende technische und technologische Modernisierung. Nach unseren Schätzungen wären dafür 100 bis 150 Milliarden US-Dollar Investitionen notwendig.“

Polus Soloto will Goldproduktion um knapp zwei Drittel steigern

Der größte russische Goldförderer Polus Soloto will bis zum Jahr 2011 die Goldproduktion um knapp zwei Drittel gegenüber 2007 auf 60 Tonnen im Jahr steigern.

Das teilte der Miteigner des Unternehmens, Michail Prochorow, am Sonntag am Internationalen Wirtschaftsforum mit. Nach seinen Worten hat Polus Soloto ein beträchtliches Wachstumspotenzial und beansprucht den fünften Platz im Ranking der größten Goldproduzenten der Welt. Das Unternehmen verfüge über große Rohstoffreserven, habe jedoch zu wenig Produktionsstätten.

Polus Soloto war im September 2005 als Goldsparte des größten russischen Bunt- und Edelmetallproduzenten Norilsk Nickel zum eigenständigen Unternehmen ausgegliedert. Die Förderstätten von Polus Soloto liegen überwiegend in Sibirien und im Fernen Osten Russlands: In der Region Krasnojarsk, in den Gebieten Magadan und Amur sowie in der Teilrepublik Jakutien. 2007 förderte das Unternehmen 1,2 Millionen Unzen Gold.

Die größten Aktionäre von Polus Soloto sind der Inhaber des Mischkonzerns Interros, Milliardär Wladimir Potanin, der nach offiziellen Angaben knapp 30 Prozent der Anteile hält, und Onexim-Präsident Michail Prochorow mit einem ähnlichen Anteil

Russische Regierung setzt auf Rückzug des Staates aus der Wirtschaft

Die russische Regierung setzt sich laut dem Ersten Vizepremier Igor Schuwalow das Ziel, den Einfluss des Staates auf die Wirtschaft abbauen. „Es ist wichtig, die übermäßige Einmischung des Staates in die Wirtschaft zu reduzieren“, sagte Schuwalow.

In den letzten Jahren wachse der Glaube, dass der Staat in der Lage sei, alle Marktfehler zu neutralisieren, stellte Schuwalow fest. Dabei vergesse man, dass der Staat selber Fehler generiert. Der Staat reagiere auf Krisen nämlich viel langsamer als der Markt.

www.rian.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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