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Petersburger Uni-Professor ermordet seine Studentin und Geliebte

Von   /  11. November 2019  /  Keine Kommentare

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eva.- Der 63-jährige Geschichtsprofessor Oleg Sokolow ermordete seine 24-jährige Aspirantin und Lebenspartnerin Anastasia Jeschenko und versuchte die Leichenteile im Moika-Kanal zu entsorgen, wobei er selbst ins Wasser fiel und fast ertrank.

Sokolow ist bereits geständig und wurde dem Gericht vorgeführt. Laut Newsru.com soll er seine Geliebte, die bei ihm lebte, am 7. November mit mehreren Schüssen aus einer Kleinkaliberpistole umgebracht haben. Am nächsten Tag zerstückelte er die Leiche und warf die Teile in Plastiktüten verpackt in den naheliegenden Moika-Kanal. Beim dritten Mal rutsche er aus und fiel selbst ins Wasser, da er schwer getrunken hatte.

Nachdem er stark unterkühlt aus dem Moika-Kanal gefischt worden war und man die Leichenteile in den Säcken entdeckt hatte, untersuchte die Polizei Sokolows Wohnung und stiess auf den Kopf des Opfers. Die Suche nach weiteren Leichenteilen wurde mit Tauchern fortgesetzt, die dabei auf den Schädel einer weiteren unbekannten Person stiessen.

Jähzorn und „Napoleons-Tick“

Mittlerweile wird die Zurechnungsfähigkeit Sokolows untersucht. Er war als Spezialist für französische Geschichte zur Regierungszeit Napoleons bekannt und organisierte eine Bewegung zur Rekonstruktion der napoleonischen Schlachten. Er verkleidete sich oft als Napoleon und verlangte von seiner Umgebung, ihn als „Sir“ anzureden.

Seine vierzig Jahre jüngere Geliebte stammte aus dem Gebiet von Krasnodar in Südrussland und absolvierte die historische Fakultät der Staatlichen Petersburger Universität, an der Sokolow lehrte. Vor ihrem Tod lebte sie bereits mit Sokolow zusammen, und das ungewöhnliche Paar erregte Aufsehen an der Hochschule. Sokolow war als exzentrischer Mensch bekannt.

Warnungen an Fakultätsleitung überhört

Laut einem Kollegen soll er bereits früher eine Studentin, die seine Geliebte war, in ihrer Wohnung gefesselt und misshandelt haben. Ein Universitätsdozent, der die Fakultätsleitung darauf aufmerksam machte und Sokolows Entlassung forderte wurde nach seinen Angaben mit der Ausrede abgespiesen, man wolle sich nicht in Sokolows Privatleben einmischen.

Das Mordmotiv ist noch unklar. Zum einen wird vermutet, dass Anastasia Jeschenko den Professor verlassen wollte, und er sie aus Eifersucht tötete. Zum anderen weiss man, dass in Sokolow kurz vor dem Mord einen Prozess wegen eines Plagiats in einer wissenschaftlichen Arbeit verloren hatte und möglicherweise die Wut an der Aspirantin ausliess.

Die grausame Bluttat erregte internationales Aufsehen – kurze Zeit nach dem Bekanntwerden tauchten in St. Petersburg sogar Journalisten des US-Fernsehens CNN auf, um die Vorführung des mutmasslichen Mörders im Gerichtssaal mitzuverfolgen. Die Forderung der Verteidigung, die Verhandlungen geschlossen und ohne Medien durchzuführen, wurden vom Gericht abgeleht.

Bild: Youtube

www.newsru.com

www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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