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Petersburger Steve Jobs-Denkmal als „Homosexuellen-Propaganda“ demontiert

Von   /  4. November 2014  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Nach dem kürzlichen Outcoming des Apple-Chefs Tim Cook wurde das Denkmal für Steve Jobs im Hof der Petersburger Informatik-Universität (ITMO) demontiert, weil es laut Besitzer gegen das Verbot von „Homosexuellen-Propaganda“ verstösst. Das Standbild in Form eines grossen Iphones 4 mit interaktivem Display war 2013 mit einem grossen Medienspektakel enthüllt worden.

Als weiteren Grund für die Beseitigung nannte der Chef der Besitzerfirma SEFS Maxim Dolgopolow den Abhörskandal in den USA. Der amerikanische Wistleblower und Ex-CIA-Mann Eduard Snowdon, der zur Zeit als politischer Flüchtling in Russland lebt, hatte 2013 enthüllt, dass die amerikanische Sicherheitsbehörde FSA weltweit die Kommunikation per Internet und Mobilfunk überwacht. In diesem Zusammenhang hatte er behauptet, dass auch Iphone-Benutzer belauscht werden.

Laut SEFS-Pressedienst wurde das fast zwei Meter grosse Iphone auch darum entfernt, weil das Display, auf dem Bilder und Texte zu Leben und Werk von Steve Jobs gezeigt wurden, repariert werden muss. Angeblich wurde diese Entscheidung noch vor dem Auftritt Tim Cooks gefasst, bei dem er sich zu seiner Homosexualität bekannte. SEFS-Boss Maxim Dolgopolow schloss nicht aus, dass man das Denkmal an seinen Platz zurückbringe – aber nur unter der Bedingung, dass man damit auch eine Signal der Ablehnung an Apple übermitteln könne. Was er damit meinte, ist unklar – darum ist auch eine Wiederkehr des Riesentelefons unwahrscheinlich.

Zumindest stösst er damit in das politische Horn seiner Parteigenossen von der Kreml-Partei „Einiges Russland“, zu der er 2011 gestossen war, um Stadtabgeordneter zu werden. Damals geriet er wegen unfairer Wahlmethoden in die Schlagzeilen. Sein skandalträchtiger Parteikollege und Autor des Verbots von „Homosexuellen-Propaganda“ Vitali Milonow unterstützte die Beseitigung des Denkmals – um so mehr als er kurz zuvor ein Einreiseverbot für Tim Cook wegen seiner Homosexualität gefordert hatte.

Foto: Eröffnung des Denkmals 2013 (Wikimedia Commons)

www.fontanka.ru

www.lenta.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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