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Petersburger „Soldatenmütter“ vermuten erzwungenen Kriegsdienst russischer Soldaten

Von   /  28. Januar 2015  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Die Organisation der Petersburger „Soldatenmütter“ wollen bei der Staatsanwaltschaft Anzeige wegen möglicher Fälle von erzwungenem Kriegsdienst erstatten, schrieb Newsru.com am 23. Januar. Wie der Pressesekretär Alexander Peredruk gegenüber dem Radiosender „Echo Moskwy“ sagte, erhielt die Organisation zahlreiche anonyme Anrufe besorgter Eltern.

Diese sagten, dass ihre Söhne, die in Kasernen in verschiedenen Landesregionen stationiert sind, gezwungen werden, Verträge zu unterschreiben, mit denen sie sich zum Kriegsdienst verpflichten. Peredruk hält es für möglich, dass die Wehrpflichtigen ins Kriegsgebiet in der Ostukraine geschickt werden. Es gäbe jedoch keine konkreten Beweise dafür, und die anonymen Telefone liessen sich nicht überprüfen. Die Leiterin der „Soldatenmütter“ Ella Poljakowa bestätigte die Anrufe aus dem Murmansker und Leningrader Gebiet, aus Zentralrussland und Sibirien. Die Eltern hätten panische Angst, ihre Namen zu nennen, was die Arbeit der Organisation sehr erschwere.

In einem Fall habe eine Mutter einen Anruf ihres Sohns, der ihr auf Jakutisch erklärte, man würde ihn umbringen, wenn er nicht unterzeichne. Darauf habe sie sich selbst auf den Weg in die Kaserne gemacht, und man verfolge die Angelegenheit. Um die Soldaten zum Unterschreiben zu bringen, würden ihnen die Vorgesetzten mit einer Strafverfolgung drohen, sagte Poljakowa. Diese Praxis sei schon während des Kriegs in Tschetschenien und Ossetien angewandt worden.

Bis zu fünf Millionen Rubel Schweigegeld

Schon früher waren Meldungen über heimliche Bestattungen russischer Soldaten aufgetaucht, die in der Ostukraine um Leben gekommen waren. Die meisten Angehörigen von Kriegsopfern protestierten jedoch nicht dagegen, weil der Staat sich ihr Schweigen erkauft haben, sagte Poljakowa. Für einen Kriegstoten würden bis zu fünf Millionen Rubel Schweigegeld bezahlt, oder man erliesse den Eltern Kreditschulden. Das russische Verteidigungsministerium habe bisher keine Stellung zu den Anschuldigungen genommen.

Der Petersburger Stadtabgeordnete Boris Wischnewski von der „Jabloko“-Partei bestätigte eine Meldung der Nachrichtenseite „Novi Region“, nach der Teile der 138 Garde-Motschützen-Brigade, die in Kamenka bei Petersburg stationiert ist, demnächst in die Ukraine verlegt werden sollen.

Nach offizieller Darstellung der russischen Regierung kämpfen in der Ostukraine nur Freiwillige auf der Seite der Separatisten. Die Organisation der Petersburger Soldatenmütter wurde im Dezember auf die Liste der „Ausländischen Agenten“ gesetzt. Diese Bezeichnung erhalten Organisationen in Russland, die sich nach Ansicht der Behörden politisch betätigen und vom Ausland finanziert werden. Sämtliche Organisationen müssen über sämtliche Aktivitäten Rechenschaft ablegen und können zu beliebiger Zeit von der Polizei durchsucht werden.

Bild: Wikimedia Commons

www.newsru.com

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Organisation der Petersburger Soldatenmütter als “ausländischer Agent” eingestuft

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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