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Petersburger SKK-Komplex – Umbau oder Abriss?

Von   /  11. Dezember 2018  /  Keine Kommentare

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eva.- Der Petersburger Sport- und Konzert-Komplex „Peterburgski“ im Stadtsüden soll zur Hockey-Weltmeisterschaft 2023 umgebaut und vergrössert werden. Inwiefern der Umbau des architektonisch wertvollen Gebäudes gleich auch seinen Abriss bedeutet, darüber sind sich der städtische Baurat und die Investoren uneinig – politisch gesehen scheint die Sache jedoch bereits entschieden zu sein.

Der „Gradsowjet“, der städtische Baurat St. Petersburgs, in dem zahlreiche wichtige Architekten sitzen, hatte in seinen Sitzungen im Oktober und November die folgenden Entscheidungen gefasst: Man will für den Umbau der multifunktionalen Anlage aus den Siebziegerjahren ein überschreiten der vorgeschriebenen 40 Meter-Grenze zulassen. Gleichzeitig beharrt man aber auf einem Umbau des Gebäudes, das lediglich modernisiert und vergrössert werden soll.

Wie jedoch Roman Rotenberg, Sohn des putinnahen Oligarchen Boris Rotenberg und Vizepräsident des Petersburger Hockeyklubs SKA bekannt gab, haben der Klub und die Investoren viel weitergehende Pläne. Ein Umbau ist seiner Meinung nach zu teuer und braucht zuviel Zeit. Ausserdem soll der eigentliche Bau mehr in Richtung Gagarin-Prospekt verschoben werden, um Platz für die Kontroll-Stellen vor dem Stadion zu machen.

Investitionsvertrag über 20 Milliarden Rubel unterzeichnet

Über die Kosten ist bisher nur bekannt, dass der SKA-Klubpräsident Genadi Timtschenko während des diesjährigen Petersburger Wirtschaftsforums einen Investitionsvertrag mit der Stadt in der Höhe von 20 Milliarden Rubel unterschrieben hat, der den Investoren ein Nutzungsrecht über 60 Jahre einräumt.

Neben dem umstrittenen Abriss des sowjetischen Baus aus den Siebzigerjahren, der für die Olympiade von 1980 gebaut worden war, gibt aber auch die geplante Überbauung des Geländes um den SKK-Komplex zu reden. Am 5. Dezember hatte das Petersburger Stadtparlament den Vorstoss zur Erhaltung der Grünzone um den SKK-Komplex abgelehnt.

Langjähriger SKK-Direktor zurückgetreten

Am 22. November hatte SKK-Direktor Nikolai Skljarenko gekündigt, der den Komplex seit 2010 geleitet hatte und klar gegen den Abriss und für einen Neubau an anderer Stelle eintrat. Gegenüber der Zeitung „Kommersant“ sagte er, dass weder das städtische Sport-Komitee noch der vorübergehende Gouverneur Alexander Beglow auf seine Anfragen über die Zukunft des SKK geantwortet hätten. Die Sache scheint also längst ausgemacht zu sein.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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