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Petersburger Schnee-Attacke Nummer drei – das Chaos setzt sich fort

Von   /  22. Februar 2010  /  2 Kommentare

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eva.- Über das Wochenende erlebte die Stadt einen erneuten Frosteinbruch bis zu Minus 25 Grad Celsius. Zugleich wurde die Stadt ein drittes Mal durch starke Niederschläge mit über 15 Zentimeter Neuschnee  lahm gelegt – scheinbar haben die Räumdienste seit dem ersten Mal nicht viel dazu gelernt.



Versagen trotz angekündigter Schneefälle

Obschon die Stadtadministration den Einsatz von tausend Schneeräumfahrzeugen meldete, wiederholte sich das Chaos vielerorts ein weiteres Mal. Nicht nur der motorisierte Verkehr geriet mancherorts ins Stocken, sogar die zuverlässigen Trams versagten an einigen Stellen den Dienst. Im Süden der Stadt, auf der Peterhofer Chaussee, bildete sich ein regelrechter  Stau aus einem Dutzend Trams. Schuld daran waren beschädigte Elektromotoren, die durch die Schneemassen überlastet wurden und durchbrannten.

Die Internetzeitung Fontanka.ru meldet, dass ihre Reporter im Frunsenski Rayon mit Mühe vier Räumfahrzeuge gesichtet werden konnten – ausserdem hätten diese ihre Arbeit gar nicht oder nur lausig verrichtet. Ganz im Zentrum am Newski Prospekt sei der Schnee zwar vielerorts entfernt worden, doch habe man die Gehwege nur dort gereinigt, wo ein Traktor hätte durchfahren können. Von den „Dworniki“ (Strassenarbeiter) sei jedoch wiederum keine Spur zu sehen gewesen, tadelt Fontanka.ru. Das erstaune um so mehr, als die Schneefälle diesmal klar von den Meteorologen angekündigt worden seien und man sich hätte vorbereiten können.

Grenzen der „Zuständigkeitsbereiche“ deutlich im Schnee abzulesen

Diese Beurteilung trifft sicher nicht für die gesamte Stadt zu, an gewissen Orten, waren Strassen und Trottoirs schon morgens vorbildlich vom Schnee befreit. Dennoch sind die „Zuständigkeitsgrenzen“ noch immer deutlich zu sehen. Auf dem Arbeitsweg kann es leicht passieren, dass man nach zweihundert Metern auf  „schwarzgeräumtem“ Gehweg plötzlich durch eine Schneehalde stapfen muss, einfach weil hier jemand anders Dienst gehabt hätte.

Die Wege sind jedoch nur das Eine – an den Dächern haben sich in den letzten Tagen bereits wieder meterlange Eiszapfen gebildet. Nach einem ersten Räum-Schub, bei dem in den vergangenen Wochen mindesten zwei Arbeiter vom Dach gestürzt sind, müssen nun von neuem die Schnee-Kommandos auf die Dächer, um die tödlichen Prachtsexemplare abzuschlagen.

Ein Hagel von Schnee, Eis und Gerichtsklagen

Dass die Befreiung der Dächer von der Schnee- und Eislast dringend notwendig ist, bewiesen zahlreiche Dacheinbrüche, unter anderem beim Rüstungswerk „Kirowski Savod“. Ausserdem starben schon zwei Personen, nachdem sie von einem herunter fallenden Eiszapfen getroffen worden waren.

Doch wie bei der Schneeräumung der Wege und Innenhöfe, erfüllen bei weitem nicht alle Hausverwaltungsdienste ihre Pflichten. Erboste Wohnungsbesitzer haben darum schon in rund 50 Fällen eine Klage eingereicht. Zu Gerichtsstreitigkeiten kommt es auch vielerorts, wo die Dächer gesäubert werden. Allerdings gingen die Angestellten dabei ziemlich unzimperlich vor und schütteten Schnee und Eisbrocken direkt auf die darunter parkierten Autos.

Für die kommenden Tage werden wärmere Temperaturen bis zu Minus drei Grad angekündigt, doch geben die Wetterdienste noch keine Entwarnung – weitere Frostwellen stehen bevor. Schon am Donnerstag soll es dank einem neuen Zyklon aus dem Baltikum zu neuen starken Schneefällen kommen.

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Gouverneurin “entfernt” Verantwortliche für Schneechaos aus dem Amt und Eiszapfen von den Dächern – mit Lasertechnik

Petersburg schaufelt Schnee – wenn nötig mit der Bratpfanne

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  • Veröffentlicht: 8 Jahren vor auf 22. Februar 2010
  • Von:
  • Zuletzt geändert: Februar 22, 2010 @ 2:53 pm
  • Rubrik: Aktuell

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

2 Kommentare

  1. realsatire sagt:

    Am heutigen Tag der Verteidiger des Vaterlandes – war schon fast wieder Tauwetter angesagt – nur ein kleines Bischen aber selbst im Zentrum wurde der Schnee bereits nass matschig.

    Es wird absehbar, das die 2-3 Meter hohen Schneetürme, Halbgeräumte Gehwege mit einem Schneerand von bis zu einem Meter auf der Strassenseit (über den Gullis) bald zu knietiefen Schneematschseen transformieren. Zeit die guten Nokia Gummistiefel zu kaufen bevor die wie die Schneeschaufeln ausverkauft sind.

  2. regina sagt:

    es sollte dringend untersagt werden,am wochenende zu schneien.

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