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Petersburger Neonazis bekennen sich mit Videonachricht zum Mord an Ghanaesen

Von   /  16. Januar 2010  /  Keine Kommentare

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Von Eugen von Arb

Mit einer Videobotschaft hat sich eine Gruppe von Petersburger Rassisten dazu bekannt, am 25. Dezember den 25jährigen aus Ghana stammenden Solomon Attengo Gwadscho erstochen zu haben. In der brutalen und zynischen Anzeige kündigen die Autoren an, dass nach der Verhaftung vieler ihrer „Brüder“ jetzt wieder Terror einkehren werde.


Danach werden – gewissermassen als „Beweis“ – Szenen von der Ermordung des Afrikaners gezeigt. Wie die Polizei bisher bestätigen konnte, sind die Aufnahmen tatsächlich echt. 2009 war das erste Jahr, in dem kein Mordfall mit rassistischem Hintergrund an einem Ausländer gemeldet worden war – bis am 25. Dezember (der „Herold“ berichtete davon).

Mordserie an schwarzafrikanischen Studenten

In den fünf Jahren zuvor waren mit erschreckender Häufigkeit ausländische Studenten, vorwiegend aus Schwarzafrika von organisierten Neonazi-Gruppen überfallen, zusammengeschlagen oder umgebracht worden. Der Polizei wurde vorgeworfen, die Fälle zu verharmlosen und keine ernsthaften Ermittlungen anzustellen. Studenten aus afrikanischen Ländern, die in Petersburg studieren, organisierten Protestaktionen, weil sie sich von den Behörden nicht ernst genommen fühlten.

„Borowiko-Wojewodin“-Gruppe

Mit Dmitri Borowikow wurde 2006 eine Schlüsselfigur aufgespürt, allerdings kam er bei der Verhaftung ums Leben und wurde zu einer Märtyrerfigur der hiesigen Neonazi-Szene. Seit 2008 läuft der Geschworenen Prozess für die Verurteilung einer ganzen Reihe Neonazis, die seither als „Borowiko-Wojewodin“-Gruppe bezeichnet wird. Ihr wird auch die Ermordung des „Memorial“-Mitarbeiters und Kenner der Neonazi-Szene Nikolai Girenko 2003 angelastet.

Sucht nach Publizität könnte Mördern zum Verhängnis werden

Obschon schockiert durch den schaurigen „Neujahrsgruss“, hofft die Polizei, dass den Neonazis ihre Sucht nach Publizität zum Verhängnis werden könnte. Auf dem Video der Mordszene sind Schreie der Mörder zu hören, die ausreichen, um als „akkustischer Fingerabdruck“ Verdächtige zweifelsfrei zu identifizieren. Ausserdem lässt sich über das Internet die Spur der Autoren des Videos ziemlich genau zurückverfolgen.

www.fontanka.ru

Link auf Webseite bei Fontanka.ru, auf der die Video-Botschaft der Mörder ausschnittweise zu sehen ist.

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Afrikaner aus Ghana brutal erstochen

Terror gegen „Memorial“: „Wir sind allein“

Russia neo-Nazis post online murder confession (Artikel bei der englischsprachigen Webseite Ghanaweb.com

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  • Veröffentlicht: 8 Jahren vor auf 16. Januar 2010
  • Von:
  • Zuletzt geändert: Januar 16, 2010 @ 8:58 pm
  • Rubrik: Aktuell

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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