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Petersburger Mephistopheles-Vandalen kommen mit Geldstrafe davon

Von   /  2. Januar 2016  /  Keine Kommentare

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eva.- Ein „gläubiger“ Arbeitsloser und ein Alpinist wurden für die Zerstörung des Mephistopheles-Reliefs in der Lachtinskaja uliza verurteilt. Sie müssen zu zweit für die Wiederherstellung des unter Denkmalschutz stehenden Kunstwerks aufkommen. Die Drahtzieher der Aktion bleiben trotz offensichtlicher Motive unbescholten.

Vier Monate brauchte die Petersburger Justiz um ein Urteil im skandalösen Vandalenakt auf der Petrograder Seite zu fällen, obwohl dieser bereits nach wenigen Tagen aufgeklärt worden war. Der Organisator und der Täter wurden zur Wiederherstellung des Reliefs verurteilt, dessen Kosten auf rund 664.000 Rubel festgesetzt wurden. Wie die Internetzeitung Fontanka.ru spottete, hätte man dabei um ein Haar die „teuflische“ Summe von 666.000 Rubel verfehlt.

Das Barrelief mit dem lachenden Teufelsgesicht, das mit grösster Wahrscheinlichkeit nach dem Antlitz des berühmten Opernsängers Fjodor Schaljapin gestaltet worden ist, war am 26. August heruntergeschlagen worden. Ein Tag zuvor fand direkt gegenüber die Kirche der heiligen Xenia statt, an der sowohl der Vorsitzende des Stadtparlaments Wjatscheslaw Makarow wie auch der Abegeordnete des betreffenden Stadtbezirks Andrei Breus teilnahmen.

Beweisstücke im Abfallcontainer

Beim Heraustreten aus der Kirche sollen beide zum Teufelsrelief hinaufgeblickt haben. Breus wurde mit dem Vandalenakt in Verbindung gebracht, weil er unmittelbar nach der Zerstörung des Reliefs zufällig in dieser Strasse spazierte und besorgt um Ruhe und Ordnung die sofortige Entsorgung der Trümmer auf Gehsteig und Strasse sorgte.

Allerdings verlief diese dann doch zu langsam, so dass die Polizei die Beweisstücke noch rechtzeitig im Abfallcontainer sichern konnte. Wenige Tage später fand in der Strasse eine spontane Protestaktion mit hunderten von Teilnehmern statt, die von der Polizei geduldet wurde, obwohl sie offiziell nicht genehmigt war.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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