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Petersburger Medienzar Oleg Rudnow gestorben

Von   /  19. Januar 2015  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Der überraschende Tod des Petersburger Verlegers und Journalisten Oleg Rudnow am 9. Januar hat die Petersburger Journalistenszene schockiert. Als Gründer der Baltischen Mediengruppe hat er die lokale Newslandschaft der postsowjetischen Ära in den Bereichen Print, Radio und Fernsehen stark geprägt. Sein Abgang stellt die Zukunft gleich mehrerer Lokalmedien in Frage.

Rudnow war als Mehrheitsaktionär der Mediengruppe praktisch der einzige Besitzer des Fernsehkanals „TV100“, der Baltischen Nachrichtenagentur, der Radiosender „Radio Baltika“ und „Radio FM“ sowie der Zeitungen „Newskoe Vremia“,  „Smena“ und „Vetscherny Peterburg“. Zudem war er in den Verwaltungsräten des landesweit ausgestrahlten 5. Fernsehkanals, der Zeitungen „Peterburgskie Vedomosti“ und „Komsomolskaja Prawda“ und der „TRK“ Mediengruppe vertreten und war Alleinbesitzer der Nachrichtenagentur „Regnum“.

Lebenswichtige Beziehungen zu hohen Finanz- und Politkreisen

Als Medienpionier leistete er einen bedeutenden Beitrag zur Demokratisierung Russlands und insbesondere Petersburgs während der Ära Sobtschak in den Neunzigerjahren. Eine ganze Generation von Petersburger Journalistinnen und Journalisten durchlief ihre Ausbildung auf den Redaktionen von Rudnows Mediengruppe, die in einem guten Verhältnis zur Journalismusfakultät an der Staatlichen Petersburger Uni stand. Aus dieser Zeit besass Rudnow Verbindungen zu einflusreichen Kreisen in der Finanzwelt und Politik. Diese erwiesen sich als besonders wichtig bei der Finanzierung der einzelnen Medien.

Insbesondere der Printbereich benötigte immer wieder Finanzspritzen, die Rudnow mit einem Telefonanruf nach Moskau besorgen konnte. Er kümmert sich jedoch nicht nur um den wirtschaflichen Bereich, sondern nahm auch starken Einfluss auf sie Personalpolitik der Redaktionen, die insgesamt eine mässig kritische Linie verfolgten. Als praktisch omnipräsenter Medienmann hinterlässt er eine grosse Bresche. Bisher ist nicht nur ungeklärt, wer seine Imperium erbt, sondern wie die wenig rentablen Teile der Gruppe ohne ihn überleben werden.

Bild: Eugen von Arb/Newskoe Vremja

www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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