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Petersburger Kulturforum 2017 von Skandalen begleitet

Von   /  17. November 2017  /  Keine Kommentare

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eva.- Noch bevor das 6. Petersburger Kulturforum überhaupt begonnen hatte, sorgte es bereits für dicke Schlagzeilen. Grund dafür war eine „schwarze Liste“ des russischen Kulturministeriums, auf denen Kulturschaffende aufgeführt waren, deren Teilnahme „unerwünscht“ war.

Unter den ausgesperrten Persönlichkeiten befanden sich unter anderem Alexander Sokurow, Lew Dodin, Ljubow Arkus, Fekla Tolstaja und Boris Akunin. Ausserdem beklagten sich mehrere Medien über Probleme bei der Akkreditierung für den Grossanlass und schlossen daraus, dass sie wegen ihrer kritischen Berichterstattung ferngehalten wurden.

Solidarität mit ausgeschlossenen Kulturschaffenden

Zwar bezeichnete das Kulturministerium die Liste als „Fake“ und Minister Wladimir Medinsky geisselte am Forum die russischen Medien für ihre „Unprofessionalität“. Wie jedoch Fontanka.ru schreibt, gilt die Echtheit des Dokuments als sicher. Dies hatte zur Folge, dass eine Reihe kultureller Persönlichkeiten dem Forum fernblieben – unter ihnen der Schauspieler Anton Adasinsky.

Er erklärte öffentlich seine Solidarität mit seinen ausgeschlossenen KollegInnen und kritisierte das Kulturministerium und seinen Vorsteher für ihre Untätigkeit im Fall des Moskauer Theaters „Sedmaja Studia“. Wegen angeblicher Unterschlagung von Budgetgeldern waren drei Personen aus der Theaterleitung angeklagt worden, darunter der Regisseur Kirill Serebrennikow. Trotz zahlreicher Aufforderungen prominenter Kulturschaffender hatte sich das Kulturministerium nicht in die mysteriöse Angelegenheit eingeschaltet.

Keine Antwort auf unangenehme Fragen

Im Verlauf des Forums hielt Medinsky im „Manege“-Ausstellungssaal einen Vortrag mit dem Titel „Kultur in der Revolution und Revolution in der Kultur 1917-2017“. Darin verglich er die Auswirkungen der Oktoberrevolution auf die Weltgeschichte mit jenen der Geburt Christi. Ausserdem erklärte er, warum die Revolution ausgerechnet in Russland stattfand und machte dafür unter anderem das tiefe Gerechtigkeitsgefühl der Russen verantwortlich.

In der anschliessenden Pressekonferenz wich er laut Fontanka.ru unangenehmen Fragen aus. Die „schwarze Liste“ der am Forum unerwünschten Personen bezeichnete er als „Anekdote“. Auch über den Skandal um seine Habilitationsarbeit, die von Kritikern als Plagiat bezeichnet wird, wollte er nicht reden. Stattdessen äusserte er sich ausführlich zum Umweltschutz, unter anderem war zu erfahren, dass in seiner Familie Wasser gespart und Hausmüll getrennt wird.

Bild: Screenshot/ www.new.culturalforum.ru

www.fontanka.ru

 

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  • Veröffentlicht: 3 Wochen vor auf 17. November 2017
  • Von:
  • Zuletzt geändert: November 21, 2017 @ 3:16 pm
  • Rubrik: Aktuell, Kultur

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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