Laden...
Sie sind hier:  Home  >  Aktuell  >  Aktuelle Artikel

Petersburger Künstler zündet Tür von KGB-Gebäude an

Von   /  9. November 2015  /  1 Kommentar

    Drucken       Email

eva.- Der Petersburger Aktionskünstler und politische Aktivist Pjotr Pawlenski zündete in der Nacht auf den 9. November eine der Eingangstüren des berüchtigten Moskauer KGB-Hauptgebäudes „Lubjanka“ an. Während der Aktion, die in Russland grosses Echo fand, wurden er und zwei Journalisten festgenommen.

Wie Pawlenskis Frau Oxana Schalygina gegenüber den Medien sagte, war die Brandstiftung eine künstlerische Aktion. Pawlenski sei mit einem Benzinkanister an den Tatort gefahren, habe die Tür begossen und angezündet. Er habe keinen Fluchtversuch unternommen.

Später erklärte Pawlenski den Sinn seiner Aktion folgendermassen: Die Angst verwandle freie Menschen in eine blinde Masse, und jeder fühle sich bedroht, weil er beobachtet oder abgehört werden könne. Die brennende Tür sei der Fedehandschuh, den die Gesellschaft der terroristischen Bedrohung ins Gesicht werfe. Dementsprechend trägt die Aktion den Namen „Bedrohung“.

Berühmt durch zahlreiche skandalöse Aktionen

Bisher wird Pawlenski nur leichte Ruhestörung und Sachbeschädigung vorgeworfen, die beiden Journalisten wurden wieder freigelassen, werden aber als Zeugen aussagen. Der Brand war mit einem Feuerlöscher erstickt worden, die Tür wurde leicht beschädigt. Die „Lubjanka“, ein ehemaliges Versicherungsgebäude, wurde als Zentrale, Verhörzentrum und Gefängnis des Geheimdienstes bekannt, in dem ab 1917 zehntausende Menschen „verschwanden“, eingesperrt, gefoltert und hingerichtet wurden.

Bilder und ein Video der Brandaktion verbreiteten sich schnell im Internet. Es ist nicht die erste politische Aktion, mit der Pawlenski für Aufsehen sorgt. Nach der Verhaftung der Pussy Riot-Band, die mit ihrem Auftritt in der Moskauer Christus-Erlöser-Kirche für einen Skandal gesorgt hatten, protestierte Pawlenski, in dem er sich den Mund zunähte.

Amnestie verweigert

Später legte er sich nackt in Stacheldraht gewickelt vor das Petersburger Stadtparlament, um gegen die repressive Politik der russischen Regierung zu demonstrieren (Aktion „Kadaver“). 2013 nagelte er seinen Hodensack an den Roten Platz um auf Willkür und Korruption in der Polizei aufmerksam zu machen (Aktion „Fixierung“).

2014 stellte er mit er Aktion „Freiheit“ auf dem Malaja Konjuschenaja Platz in Petersburg den Kiewer Maidan nach, indem er eine Barrikade baute und Reifen anzündete. Im selben Jahr setzte er sich nackt auf das Dach des Serbski Instituts und schnitt sich ein Ohrläppchen ab, um gegen die Unmenschlichkeit in der Psychiatrie zu protestieren, und nannte diese Aktion „Abtrennung“.

Wegen der Maidan-Performance wurde er zuerst wegen leichter öffentlicher Ruhestörung, später wegen Vandalismus angeklagt. Er weigerte 2015 sich im Rahmen der Amnestie zum 70-Jahre-Siegesjubiläum freigesprochen zu werden.

Bild: Wikimedia Commos/ Maksim Belousov

www.newsru.com

Weitere Artikel zu diesem Artikel:

Aktionskünstler inszeniert „Euromaidan“ im Petersburger Stadtzentrum

Das Video der Aktion bei Vimeo:

 

    Drucken       Email

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

1 Kommentar

  1. Lutz sagt:

    Was hat Brandstiftung mit Kunst zu tun?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren...

WM2018 – was rund um den Fussball geschieht: Warnung der Familienministerin vor Sex mit Ausländern – überhöhte  Preise für Ausländer in Restaurants

mehr…