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Petersburger Kanalinsel Neuholland für Publikum eröffnet

Von   /  28. August 2016  /  Keine Kommentare

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eva.- Am letzten Sommerwochenende wurde die Petersburger Kanalinsel Neuholland wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht und von einem Massenpublikum besucht (Fotogalerie). Die Bauarbeiten an den historischen Gebäuden sind jedoch noch lange nicht beendet und ihre langfristig Nutzung noch weitgehend unklar.

Die Wiedereröffnung von Neuholland kann man auf unterschiedliche Weise bewerten. Positiv ist die Tatsache, dass dieser einmalige Ort nach seiner langen Verschlossenheit als militärisches Geheimobjekt nun wieder offen steht. Die Insel bietet eine hochwillkommene Gelegenheit, um einfach ein bisschen zu spazieren und im Grünen zu verweilen.

Negativ ist die endlose Verschleppung unrealistischer Bauprojekte, die dem jetzigen Sanierungsprojekt vorangingen. Während Jahren wurde an der Insel „herumgebastelt“, ohne dass irgend etwas Brauchbares dabei entstand. Die Investoren versprachen das Blaue vom Himmel. Luxushotels, Restaurants, Konzertsäle, Theater, Brücken und Garagen sollten hier aus dem sumpfigen Boden schiessen.

Gouverneur war zufrieden

Das Schlussergebnis ist mehr als bescheiden: Eine Grünfläche mit ein paar Attraktionen und einer kleinen Hafen. In den Gemäuern, die noch im Ausbau sind, sollen ein Restaurant, ein Buchladen, ein Antiquitätengeschäft, Säle für Yoga und Ballett sowie ein Coiffeursalon mit SPA-Abteilung eingerichtet werden. Fertig.

Der Umbau der historischen Ziegelbauten, die zu den ältesten der Stadt gehören, ist noch längst nicht abgeschlossen und wurde auf nächstes Jahr verschoben. Doch das kümmerte weder Gouverneur Georgi Poltawtschenko, der das Gelände am 27. August auf seiner wöchentlichen Inspektionsfahrt besichtigte, noch die Menschenmassen, die die Insel am letzten Ferienwochenende buchstäblich überfluteten und das herrliche Sommerwetter noch einmal in vollen Zügen genossen.

Krise hat Insel vor Bauwut gerettet

Die Leute „stürzten“ sich buchstäblich auf die vorhandenen Angebote: Ein riesiges Schiffsmodell, auf dem Gross und Klein nach Lust und Laune herumklettern konnten, ein kleiner Ausstellungssalon, eine Imbissbude sowie zahlreiche Gartenstühle, in denen man den Sound von einer kleinen Bühne inmitten des Rasens geniessen konnte. Toiletten waren leider rar, weil ein Grossteil davon noch nicht betriebsbereit waren.

Die Wirtschaftlichkeit des Geländes steht in den Sternen, woran natürlich auch die allgemeine Krise schuld ist. Doch vermutlich hat gerade dieser Zwang zur Bescheidenheit Neuholland vor den Bauriesen gerettet. Wie ruhig und beschaulich ist das Ergebnis ohne pompöse Glas- und Beton-Bauten! Im Sommer ist die Insel ein Paradies für Spaziergänger und Radfahrer und Kinder. Wie schön muss es erst im Winter sein, wenn das Wasser im Hafen gefroren ist, und man darauf Schlittschuh laufen kann.

Bilder: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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